Solis Wallbox: Wechselrichter direkt mit Trydan verbinden

Wer eine Solis-Photovoltaikanlage betreibt und Solarstrom direkt ins Elektroauto laden möchte, statt ihn ins Netz einzuspeisen, braucht eine Wallbox, die zuverlässig mit dem Wechselrichter kommuniziert. Der Trydan von V2C ist die passende Solis Wallbox für PV-Überschussladen: mit der gesamten Solis-Produktpalette kompatibel, über eine kabelgebundene RS485-Modbus-Verbindung, ohne WLAN und ohne Cloud-Abhängigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trydan ist mit allen Solis-Wechselrichtern kompatibel, sowohl String- als auch Hybridmodellen.
  • Die Verbindung erfolgt kabelgebunden über RS485 Modbus, eine Verbindung per WLAN ist bei Solis nicht vorgesehen.
  • Für das Hybridmodell Solis S6-EH1P6K-L-PLUS gilt ein eigenes Anschlussverfahren, für alle übrigen Modelle das generische Verfahren.
  • Die Konfiguration erfolgt in der V2C App unter dynamischer Leistungsregelung, Wechselrichtertyp Solis.

Wie sich eine Wallbox grundsätzlich an eine PV-Anlage anschließen lässt, ist im übergeordneten Leitfaden Schritt für Schritt erklärt.

Warum Solis-Besitzer bei der Ladeplanung im Vorteil sind

Solis zählt zu den weltweit meistverkauften Wechselrichtermarken und ist auch in deutschen PV-Anlagen häufig verbaut, sowohl bei reinen String-Wechselrichtern als auch bei Hybridmodellen mit Batteriespeicher. Wer bereits eine Solis-Anlage betreibt, kann den erzeugten Solarstrom direkt und automatisiert ins Fahrzeug laden, ohne zusätzliche Messtechnik nachzurüsten. Das gilt unabhängig davon, ob die Anlage neu geplant oder schon seit Jahren in Betrieb ist, solange ein RS485-fähiger COM-Anschluss vorhanden ist, was bei praktisch allen aktuellen Solis-Geräten der Fall ist.

Trydan liest die Erzeugungsdaten in Echtzeit über die Modbus-Schnittstelle des Wechselrichters aus. Die Wallbox weiß damit fortlaufend, wie viel Solarstrom gerade produziert wird, wie viel der Haushalt verbraucht, und wie viel davon zum Laden zur Verfügung steht. Diese Berechnung läuft vollständig lokal, es werden keine Daten an einen externen Server gesendet, und die Reaktionszeit liegt im Sekundenbereich, sodass auch kurzfristige Schwankungen der Solarleistung, etwa durch vorbeiziehende Wolken, unmittelbar berücksichtigt werden.

Damit reiht sich Solis in eine wachsende Liste kompatibler Wechselrichtermarken ein. V2C unterstützt bereits Huawei, Fronius, SMA und Kostal, jede Marke mit ihrem eigenen Kommunikationsprotokoll. Solis unterscheidet sich davon durch die ausschließlich kabelgebundene Anbindung, ein Detail, das in der Praxis eher Vorteil als Einschränkung ist.

RS485 statt WLAN: die stabilere Verbindung

Ein Detail unterscheidet Solis von vielen anderen Wechselrichtermarken: die Kommunikation läuft ausschließlich kabelgebunden über RS485 Modbus, eine Verbindung per WLAN ist bei diesem Hersteller nicht vorgesehen. Was auf den ersten Blick wie eine Einschränkung wirkt, macht die Konfiguration in der Praxis stabiler.

RS485 Modbus (kabelgebunden)

Stabile Verbindung

Feste Kabelverbindung zwischen Trydan und Wechselrichter. Keine Funkstörung, kein WLAN-Abbruch, keine erneute Kopplung nach einem Stromausfall.

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WLAN-Verbindung (bei anderen Marken üblich)

Abhängig vom Funknetz

Anfällig für Reichweite, Störungen durch andere Geräte und gelegentliche Neuverbindung nach Router-Neustarts.

Einmal korrekt verkabelt, bleibt die Verbindung zwischen Trydan und Wechselrichter bestehen, unabhängig vom Heimnetzwerk. Ein Routerneustart oder eine schwache WLAN-Abdeckung im Keller, wo Wechselrichter häufig montiert sind, hat keinen Einfluss auf die Kommunikation.

Kein zusätzliches Gateway.

RS485 Modbus ist ein industrielles Kommunikationsprotokoll, das seit Jahrzehnten in der Gebäude- und Anlagentechnik im Einsatz ist, entsprechend robust und störungsarm ist die Übertragung. Anders als bei WLAN-basierten Lösungen entfällt außerdem jedes Risiko, dass ein Firmware-Update des Routers oder ein neues Passwort die Verbindung zwischen Wallbox und Wechselrichter unterbricht. Wer die Verkabelung einmal fachgerecht ausgeführt hat, muss sich um dieses Detail langfristig nicht mehr kümmern.

Zwei Anschlussarten, je nach Solis-Modell

Trydan unterstützt zwei Varianten der kabelgebundenen Verbindung mit Solis-Wechselrichtern: das generische Verfahren, gültig für die gesamte übrige Produktpalette, und ein spezifisches Verfahren für das Hybridmodell Solis S6-EH1P6K-L-PLUS.

Solis-ModelltypAnschlussverfahrenVerbindung
String-Wechselrichter (generisch)StandardverfahrenRS485 über Spezialstecker + UTP-Kabel
Solis S6-EH1P6K-L-PLUS (Hybrid)Spezifisches VerfahrenRS485 direkt über den vorhandenen Port

Beim generischen Verfahren wird ein vom Hersteller bereitgestellter Spezialstecker am COM-Anschluss des Wechselrichters angeschlossen. Die beiden Adern von RS485-A und RS485-B werden anschließend auf einem RJ-45-Stecker verkabelt, der in den RS485-Eingang von Trydan gesteckt wird. Für Details zur genauen Pinbelegung gilt die offizielle Anleitung im V2C-Support, dort ist jeder Schritt mit Fotos dokumentiert.

Beim Hybridmodell S6-EH1P6K-L-PLUS befindet sich der passende RS485-Port bereits auf der Platine des Geräts, gut sichtbar unterhalb der Abdeckung.

Konfiguration in der V2C App

  1. Öffnen der V2C App und Auswahl des Ladepunkts.
  2. Aufruf des Abschnitts Einstellungen, dort dynamische Leistungsregelung.
  3. Auswahl von Wechselrichter im Tab Gerätetyp.
  4. Auswahl von Solis im Abschnitt Wechselrichtertyp.
  5. Auswahl der passenden Solis-Variante, String oder Hybrid, je nach installiertem Modell.
  6. Speichern der Einstellungen, damit die dynamische Leistungsregelung aktiv wird.

Sobald die Verbindung aktiv ist, passt Trydan die Ladeleistung fortlaufend an den verfügbaren Solarüberschuss an, stufenlos zwischen 6 A und 32 A. Sinkt die Solarproduktion, etwa durch Bewölkung, reduziert sich die Ladeleistung automatisch, ohne manuelles Eingreifen.

Ob die Verbindung tatsächlich funktioniert, lässt sich direkt in der App überprüfen: Sobald Trydan Daten vom Wechselrichter empfängt, zeigt die Startseite die aktuelle PV-Erzeugung, den Hausverbrauch und die daraus berechnete Ladeleistung in Echtzeit an. Bleiben diese Werte leer oder auf null, liegt in der Regel ein Verkabelungsfehler vor, meist eine vertauschte Polung der RS485-Adern, seltener ein nicht aktivierter COM-Anschluss im Menü des Wechselrichters selbst.

Wartung und Langzeitbetrieb

Eine kabelgebundene RS485-Verbindung benötigt nach der Erstinstallation praktisch keine Wartung. Anders als bei WLAN-Kopplungen gibt es keine Zugangsdaten, die sich ändern, und keine Firmware-Abhängigkeit zwischen Router und Wechselrichter. Ein Firmware-Update des Solis-Wechselrichters selbst kann in seltenen Fällen die Modbus-Register neu belegen, in diesem Fall zeigt die V2C App vorübergehend keine Werte an, bis die Registerbelegung durch ein App-Update oder eine Kontaktaufnahme mit dem V2C-Support aktualisiert wird. Für den überwiegenden Teil der Solis-Modelle bleibt das Verhalten über Jahre stabil.

Ein häufiger Fehler bei der Erstinbetriebnahme betrifft die Polung der beiden RS485-Adern. Werden RS485-A und RS485-B vertauscht, erkennt Trydan den Wechselrichter nicht, obwohl die physische Verbindung korrekt aussieht. In diesem Fall genügt es, die beiden Adern am Stecker zu tauschen, eine Neuverkabelung ist nicht notwendig.

Solis und die automatische Netzentgelt-Reduzierung nach §14a EnWG

Unabhängig von der Wechselrichteranbindung profitieren Solis-Besitzer, wie alle Trydan-Nutzer, automatisch von der §14a-EnWG-Regelung. Wallboxen über 4,2 kW werden seit 2024 verpflichtend beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung registriert, im Gegenzug reduziert sich das Netzentgelt spürbar, ohne dass dafür ein separater Antrag notwendig ist. Trydan erfüllt diese Voraussetzung ab Werk. In Kombination mit dem Solis-Überschussladen ergeben sich damit zwei unabhängige Einsparhebel gleichzeitig: weniger Netzstrombezug durch PV-Überschuss und ein reduzierter Netzentgeltsatz durch die automatische Registrierung.

Kein Solis-Wechselrichter vorhanden?

Für Haushalte ohne kompatiblen Wechselrichter oder mit einem Modell, das keine direkte Kommunikation erlaubt, bietet sich die Stromzange als Alternative an. Sie misst die Einspeiseleistung direkt am Netzanschluss und ermöglicht PV-Überschussladen unabhängig vom Wechselrichtermodell. Diese Lösung eignet sich auch als Übergangslösung, etwa wenn ein Wechselrichterwechsel bereits geplant, aber noch nicht umgesetzt ist.

✅ Voraussetzungen im Überblick

  • Solis-Wechselrichter, String- oder Hybridmodell
  • RS485-fähiger COM-Anschluss am Wechselrichter (bei allen aktuellen Solis-Modellen vorhanden)
  • UTP-Kabel mit RJ-45-Stecker für die Verbindung zu Trydan
  • V2C App mit aktivierter dynamischer Leistungsregelung

Für die Verkabelung selbst ist kein Elektrofachbetrieb zwingend erforderlich, da an der bestehenden Elektroinstallation nichts verändert wird, lediglich eine Datenleitung zwischen zwei bereits installierten Geräten. Wer sich unsicher fühlt, kann die Verbindung dennoch im Rahmen der Wallbox-Installation vom Fachbetrieb miterledigen lassen.

Für wen sich die Solis-Anbindung besonders lohnt

Am deutlichsten zeigt sich der Effekt bei Haushalten mit einer Anlagenleistung ab etwa 5 kWp, kombiniert mit einem Elektroauto, das regelmäßig tagsüber zu Hause steht. In diesem Fall lässt sich ein großer Teil des Ladebedarfs direkt mit selbst erzeugtem Solarstrom decken, ohne dass die Batterie eines eventuell vorhandenen Speichers dafür angetastet werden muss.

Wer zusätzlich einen Batteriespeicher betreibt, etwa in Kombination mit einem Solis-Hybridwechselrichter, kann in der V2C App eine Ladepriorität festlegen: Solarüberschuss zuerst zum Laden des Fahrzeugs, erst danach zur Speicherbeladung, oder umgekehrt, je nach persönlichem Ziel. Details zur genauen Konfiguration der einzelnen Solis-Varianten sind in der offiziellen V2C-Dokumentation hinterlegt.

Solis im Vergleich zu anderen Wechselrichtermarken

Im Unterschied zu Fronius oder SMA, die eine Verbindung über Modbus TCP im lokalen Netzwerk anbieten, setzt Solis konsequent auf die kabelgebundene RS485-Variante. Beide Ansätze führen technisch zum selben Ergebnis, PV-Überschussladen in Echtzeit, unterscheiden sich aber in der Einrichtung: Bei Solis entfällt die Netzwerkkonfiguration vollständig, dafür ist einmalig eine physische Verkabelung notwendig. Für wen sich welcher Ansatz besser eignet, hängt vor allem davon ab, ob Wechselrichter und Wallbox ohnehin in unmittelbarer Nähe zueinander montiert sind, was bei den meisten Neuinstallationen der Fall ist.

Kurz gesagt

Eine Solis Wallbox lässt sich vollständig und kabelgebunden mit Trydan verbinden, ohne WLAN, ohne Cloud, ohne zusätzliche Messtechnik. Die feste RS485-Verbindung macht die Kopplung robuster als eine funkbasierte Lösung, und die Konfiguration in der App dauert wenige Minuten. Wer bereits in eine Solis-Anlage investiert hat, muss für automatisiertes PV-Überschussladen nichts weiter nachrüsten.

FAQs

Sind alle Solis-Wechselrichter mit Trydan kompatibel?

Ja, Trydan ist mit der gesamten Solis-Produktpalette kompatibel, sowohl mit String- als auch mit Hybridmodellen. Für das Hybridmodell S6-EH1P6K-L-PLUS gilt ein eigenes Anschlussverfahren, alle übrigen Modelle nutzen das generische Verfahren.

Funktioniert die Verbindung zwischen Trydan und Solis auch per WLAN?

Nein, Solis sieht für diese Kommunikation ausschließlich eine kabelgebundene RS485-Modbus-Verbindung vor. Das macht die Kopplung stabiler, da sie unabhängig vom Heimnetzwerk funktioniert.

Wird zusätzliche Hardware für die Verbindung benötigt?

Für das generische Verfahren wird ein vom Hersteller bereitgestellter Spezialstecker sowie ein UTP-Kabel mit RJ-45-Stecker benötigt. Beim Hybridmodell S6-EH1P6K-L-PLUS ist der passende Port bereits im Gerät vorhanden.

Was, wenn kein kompatibler Wechselrichter vorhanden ist?

In diesem Fall bietet sich eine Stromzange als Alternative an. Sie misst die Einspeiseleistung direkt am Netzanschluss und ermöglicht PV-Überschussladen unabhängig vom Wechselrichtermodell.

Wie wird die Ladeleistung bei Solis-Anbindung geregelt?

Trydan liest die Erzeugungsdaten des Wechselrichters in Echtzeit aus und passt die Ladeleistung stufenlos zwischen 6 A und 32 A an den verfügbaren Solarüberschuss an, ohne manuelles Eingreifen.

Was kostet die Verkabelung zwischen Solis-Wechselrichter und Wallbox?

Die reinen Materialkosten für Spezialstecker und UTP-Kabel liegen im niedrigen zweistelligen Eurobereich. Wird die Verkabelung im Rahmen der Wallbox-Installation vom Fachbetrieb miterledigt, fällt meist keine separate Position an, da an der bestehenden Elektroinstallation nichts verändert wird.

Wer installiert die Verbindung zwischen Solis-Wechselrichter und Wallbox?

Die Verkabelung kann im Rahmen der regulären Wallbox-Installation vom Fachbetrieb übernommen werden. Da es sich um eine reine Datenleitung zwischen zwei bereits vorhandenen Geräten handelt, ist kein separater Elektroauftrag notwendig, es genügt, die Verbindung bei der Trydan-Installation mit einzuplanen.

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