Kostal Plenticore und PIKO mit Wallbox koppeln

Das Wichtigste in Kürze

  • Kostal-Wechselrichter der Serien Plenticore und PIKO lassen sich über Modbus TCP direkt mit Trydan koppeln.
  • Die Wallbox lädt das Elektroauto automatisch mit dem PV-Überschuss, ohne zusätzliche Hardware.
  • Kostal nutzt dabei den Port 1502 (nicht 502), Unit-ID 71, Bytereihenfolge Little-endian.

Kostal gehört zu den bekanntesten Wechselrichtermarken aus deutscher Herstellung und ist bei Elektrofachbetrieben für die Plenticore- und PIKO-Serien fest etabliert. Wer eine Kostal-Anlage auf dem Dach hat, erzeugt täglich Solarstrom, der sich im besten Fall direkt ins Elektroauto laden lässt. In der Praxis scheitert das oft an der Wallbox: Viele Modelle kennen den Wechselrichter nicht, laden unkontrolliert aus dem Netz und lassen den selbst erzeugten Strom ungenutzt.

Trydan verbindet sich nativ mit Kostal-Wechselrichtern über Modbus TCP. Es ist keine zusätzliche Hardware und keine externe Steuerung nötig. Die Wallbox liest die Echtzeitdaten der Anlage und passt die Ladeleistung automatisch an den verfügbaren Solarüberschuss an.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Kostal-Modelle kompatibel sind, wie die Verbindung über Modbus TCP funktioniert und wie sich Trydan in wenigen Schritten für echtes PV-Überschussladen einrichten lässt.

Kostal und Wallbox: Wie funktioniert die Verbindung?

Trydan kommuniziert mit dem Kostal-Wechselrichter über Modbus TCP, ein Protokoll, das Kostal in den Plenticore- und PIKO-Serien über die SunSpec-Schnittstelle standardmäßig bereitstellt. Die Verbindung läuft über das Heimnetzwerk und nutzt den LAN-Anschluss am Smart Communication Board des Wechselrichters. Ein zusätzliches Gateway oder ein externer Server ist nicht erforderlich.

Die Wallbox liest dabei drei zentrale Werte aus:

  • PV-Erzeugung: wie viel Strom die Solaranlage gerade produziert
  • Netzeinspeisung: wie viel davon ins öffentliche Netz fließt
  • Hausverbrauch: wie viel der Haushalt selbst benötigt

Aus diesen Werten berechnet Trydan fortlaufend, wie viel Leistung für das Laden zur Verfügung steht, ohne den Bezug aus dem Netz zu erhöhen.

Kein kompatibler Wechselrichter vorhanden? Wer keine Modbus-Verbindung einrichten möchte, kann Trydan auch mit der mitgelieferten Stromzange betreiben. Sie misst den Energiefluss direkt am Hausanschluss und ermöglicht ebenfalls echtes PV-Überschussladen.

Kompatible Kostal-Modelle im Überblick

Trydan ist mit den gängigen Kostal-Wechselrichtern kompatibel, die Modbus TCP über SunSpec unterstützen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Serien:

SerieTypLeistungsklasseModbus TCP / SunSpec
PIKO IQString-Wechselrichter3,0 bis 10,0 kWJa
PLENTICORE plusHybrid-Wechselrichter3,0 bis 10,0 kWJa
PLENTICORE G2 / G3Hybrid-Wechselrichter3,0 bis 10,0 kWJa
PLENTICORE MP G3Hybrid-Wechselrichter3,0 bis 10,0 kWJa
PLENTICORE BIBatterie-Wechselrichter5,5 bis 10,0 kWJa

Hinweis: Modbus / SunSpec (TCP) muss im Wechselrichter aktiviert sein. Die Einstellung findet sich im Webserver des Geräts unter Einstellungen > Modbus / Sunspec (TCP). Kostal nutzt dabei den Port 1502 und nicht den sonst üblichen Port 502. Die Unit-ID lautet im Standard 71, die Bytereihenfolge bleibt auf Little-endian (CDAB).

Für Anlagen mit einem SMA-, Fronius- oder Huawei-Wechselrichter gelten eigene Verbindungsparameter, die in den jeweiligen Artikeln beschrieben sind.

PV-Überschussladen mit Kostal: So funktioniert es

Trydan liest die Daten des Kostal-Wechselrichters fortlaufend aus und passt die Ladeleistung in Echtzeit an den verfügbaren Solarüberschuss an. Das Ziel: möglichst viel selbst erzeugten Strom ins Auto leiten, ohne zusätzlichen Netzbezug.

Ein typisches Beispiel an einem Sommertag:

UhrzeitPV-ErzeugungHausverbrauchÜberschussTrydan lädt mit
10:00 Uhr4,0 kW1,2 kW2,8 kW2,8 kW
12:00 Uhr7,5 kW1,5 kW6,0 kW6,0 kW
16:00 Uhr2,5 kW2,0 kW0,5 kWLadevorgang pausiert

Sobald der Überschuss unter das eingestellte Mindestlimit fällt, pausiert Trydan den Ladevorgang automatisch. Steigt die Solarproduktion wieder, wird die Ladung ohne manuellen Eingriff fortgesetzt. Die Mindestladeleistung lässt sich in der Trydan-App individuell festlegen. Dank der gemischten Dreiphasenladung nutzt Trydan auch kleinere Überschüsse effizient und schaltet flexibel zwischen ein- und dreiphasigem Laden um.

Schritt für Schritt: Kostal Wechselrichter mit Trydan verbinden

Die Einrichtung dauert in der Regel unter 15 Minuten und lässt sich ohne Techniker durchführen.

1. Modbus / SunSpec (TCP) im Kostal-Wechselrichter aktivieren. Öffnen Sie den Webserver des Wechselrichters über den Browser (IP-Adresse im Heimnetzwerk). Navigieren Sie zu Einstellungen > Modbus / Sunspec (TCP) und setzen Sie das Häkchen bei Modbus aktivieren. Achten Sie auf Port 1502, Unit-ID 71 und Bytereihenfolge Little-endian (CDAB).

2. IP-Adresse des Wechselrichters notieren. Die IP-Adresse wird im Webserver angezeigt. Empfehlenswert ist eine feste IP-Adresse im Router, damit die Verbindung dauerhaft stabil bleibt.

3. Trydan mit dem Heimnetzwerk verbinden. Laden Sie die Trydan-App herunter und verbinden Sie die Wallbox per WLAN mit demselben Netzwerk wie der Wechselrichter.

4. Kostal als Wechselrichter in der App auswählen. Unter Einstellungen > Wechselrichter wählen Sie Kostal aus der Liste, geben die IP-Adresse sowie den Port 1502 ein und bestätigen die Verbindung.

5. Lademodus konfigurieren. Wählen Sie PV-Überschussladen als Standardmodus. Ab diesem Moment lädt Trydan automatisch mit dem verfügbaren Solarüberschuss Ihrer Kostal-Anlage.

§14a EnWG: Was Kostal-Besitzer wissen müssen

Seit Januar 2024 können Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen in Spitzenlastzeiten vorübergehend auf 4,2 kW reduzieren. Im Gegenzug erhalten Betreiber reduzierte Netzentgelte.

Trydan ist §14a EnWG-konform. Die Wallbox erfüllt die technischen Anforderungen zur Netzsteuerung und qualifiziert sich für die Netzentgeltreduzierung Ihres Netzbetreibers. Wer ohnehin mit PV-Überschuss lädt, merkt von einer Drosselung in der Praxis kaum etwas, da in Spitzenlastzeiten meist wenig Solarüberschuss anfällt.

Einen vollständigen Überblick über §14a EnWG und seine Bedeutung für Wallbox-Besitzer finden Sie in unserem Artikel zu steuerbaren Wallboxen.

Trydan ist mit Kostal-Wechselrichtern sofort einsatzbereit und im V2C Online-Shop erhältlich.

FAQs

Funktioniert Trydan mit allen Kostal-Wechselrichtern?

Trydan ist mit den gängigen Kostal-Serien kompatibel, die Modbus TCP über SunSpec unterstützen: PIKO IQ, PLENTICORE plus, PLENTICORE G2 und G3, PLENTICORE MP G3 sowie PLENTICORE BI. Voraussetzung ist, dass Modbus aktiviert ist und sich Wallbox und Wechselrichter im selben Heimnetzwerk befinden.

Welcher Port muss beim Kostal-Wechselrichter eingestellt sein?

Kostal verwendet für Modbus TCP den Port 1502 und nicht den sonst üblichen Port 502. Die Unit-ID lautet standardmäßig 71, die Bytereihenfolge bleibt auf Little-endian (CDAB). Diese Werte werden bei der Einrichtung in der Trydan-App hinterlegt.

Brauche ich zusätzliche Hardware für die Integration?

Nein. Trydan verbindet sich direkt über das Heimnetzwerk mit dem Kostal-Wechselrichter. Ein Gateway, ein zusätzlicher Energiezähler oder eine externe Steuereinheit ist nicht notwendig. Wer keine Modbus-Verbindung nutzen möchte, kann alternativ die mitgelieferte Stromzange einsetzen.

Funktioniert das PV-Überschussladen auch mit einem Kostal-Batteriespeicher?

Ja. Bei einem PLENTICORE plus oder PLENTICORE BI mit angeschlossenem Speicher lässt sich Trydan so konfigurieren, dass es den Solarüberschuss nutzt, der nach dem Laden des Hausspeichers verfügbar bleibt.

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