E-Auto laden: Kosten an öffentlicher Ladestation vs. zuhause 2026

Öffentliches Laden wirkt praktisch, ist aber selten günstig. An einer Schnellladesäule kostet eine Ladung schnell doppelt so viel wie zuhause. Über ein Jahr summiert sich der Unterschied auf mehrere Hundert Euro.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie groß ist der Preisunterschied wirklich, und wann lohnt sich welche Lademöglichkeit? Dieser Artikel zeigt den Vergleich in Euro pro 100 km, rechnet ein konkretes Beispiel durch, deckt die versteckten Gebühren öffentlicher Ladesäulen auf und erklärt, wie das Laden zuhause am günstigsten wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Öffentlich DC-Schnellladen: ~0,60 €/kWh | AC: ~0,52 €/kWh (ADAC, 2026)
  • Zuhause Normaltarif: ~0,37 €/kWh (BDEW, 2026), mit dynamischem Tarif oder PV deutlich weniger
  • Pro 100 km ist zuhause laden 3 bis 9 Euro günstiger
  • Versteckte Kosten an öffentlichen Säulen: Blockiergebühr, Roaming, Grundgebühren
  • Öffentliches Laden bleibt sinnvoll auf der Langstrecke und ohne eigene Wallbox

Was kostet das Laden an einer öffentlichen Ladestation?

Öffentliches Laden kostet im Schnitt rund 0,52 Euro pro kWh an AC-Ladepunkten und etwa 0,60 Euro pro kWh beim DC-Schnellladen (laut ADAC, Stand Juni 2026).

Bei einem Verbrauch von 18 kWh pro 100 km ergibt das:

  • AC-Laden (öffentlich): ~0,52 €/kWh → 9,36 € pro 100 km
  • DC-Schnellladen (öffentlich): ~0,60 €/kWh → 10,80 € pro 100 km

Entscheidend ist außerdem der Anbieter und der Ladetarif. Wer ohne Vertrag spontan lädt (Ad-hoc-Laden), zahlt laut ADAC bis zu 62 Prozent mehr. An Autobahn-Schnellladern werden ad hoc schnell bis zu 0,84 Euro pro kWh fällig.

Die Preise an öffentlichen Ladepunkten unterscheiden sich stark je nach Standort und Betreiber. Einen Überblick über öffentliche Ladepunkte bietet das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur.

Was kostet das Laden zuhause im Vergleich?

Zuhause laden ist fast immer deutlich günstiger. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei rund 0,37 Euro pro kWh (laut BDEW-Strompreisanalyse), und damit klar unter den Preisen öffentlicher Ladesäulen.

LademöglichkeitStrompreisKosten / 100 km
Zuhause mit PV-Überschuss~0,08 €/kWh~1,44 €
Zuhause mit dynamischem Tarif~0,25 €/kWh~4,50 €
Zuhause mit Normaltarif~0,37 €/kWh~6,66 €
Öffentlich AC~0,52 €/kWh~9,36 €
Öffentlich DC~0,60 €/kWh~10,80 €

Quellen: Öffentliche Ladepreise laut ADAC (Stand 2026), Haushaltsstrompreis laut BDEW-Strompreisanalyse 2026. Berechnung auf Basis von 18 kWh/100 km.

Selbst im ungünstigsten Vergleich (Normaltarif zuhause gegen öffentliches AC) sparen Sie rund 2,70 Euro pro 100 km. Im besten Fall (PV-Überschuss gegen öffentliches DC) sind es über 9 Euro pro 100 km.

Eine vollständige Aufschlüsselung der reinen Stromkosten zuhause finden Sie im Beitrag zu den Stromkosten beim Laden zuhause.

Beispielrechnung: Pendler mit 40 km pro Tag

Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied greifbar. Wer täglich 40 km zur Arbeit und zurück fährt, kommt auf rund 880 km pro Monat. Bei 18 kWh pro 100 km entspricht das etwa 158 kWh monatlich.

Die monatlichen Ladekosten im Vergleich:

  • Zuhause mit PV-Überschuss: ~13 €
  • Zuhause mit dynamischem Tarif: ~40 €
  • Zuhause mit Normaltarif: ~59 €
  • Öffentlich AC: ~82 €
  • Öffentlich DC: ~95 €

Allein zwischen dem Laden zuhause mit Normaltarif und dem öffentlichen Schnellladen liegen in diesem Beispiel rund 56 Euro pro Monat, also etwa 670 Euro im Jahr.

Wie groß ist der Preisunterschied pro Jahr?

Über ein Jahr summiert sich der Unterschied auf mehrere Hundert bis über tausend Euro. Basis: 15.000 km Fahrleistung pro Jahr.

  • Zuhause, PV-Überschuss: ~216 €
  • Zuhause, dynamischer Tarif: ~675 €
  • Zuhause, Normaltarif: ~945 €
  • Öffentlich AC: ~1.485 €
  • Öffentlich DC: ~1.890 €

Wer ausschließlich öffentlich schnelllädt statt zuhause mit Normaltarif, zahlt rund 620 Euro mehr pro Jahr. Gegenüber dem Laden mit eigenem Solarstrom steigt der Unterschied auf über 1.400 Euro jährlich.

Zum Vergleich: Ein Benziner mit 7 Litern Verbrauch kostet bei 1,80 Euro pro Liter rund 1.890 Euro im Jahr. Das Laden zuhause mit Normaltarif ist damit nur halb so teuer wie Tanken.

Wallbox oder Schukostecker: Was ist sicherer?

Welche versteckten Kosten gibt es beim öffentlichen Laden?

Über den reinen Strompreis hinaus kommen an öffentlichen Säulen oft weitere Gebühren dazu. Sie fallen im Alltag leicht unter den Tisch, erhöhen die tatsächlichen Kosten aber spürbar.

Die häufigsten Zusatzkosten:

  • Blockiergebühr: Aufschlag pro Minute, wenn das Auto nach Ladeende angeschlossen bleibt.
  • Roaming-Aufschläge: Die Säule eines fremden Anbieters ist oft deutlich teurer als der eigene Vertrag.
  • Grundgebühren: Günstige kWh-Preise setzen teils eine monatliche Grundgebühr voraus, die sich nur bei hohem Ladebedarf rechnet.
  • Preisunterschiede je Standort: Derselbe Anbieter verlangt an verschiedenen Säulen teils unterschiedliche Preise.

Zuhause entfallen diese Faktoren komplett: Der Preis ist transparent und entspricht dem eigenen Stromtarif.

Wie unterscheidet sich die Ladegeschwindigkeit?

Der höhere Preis öffentlicher Säulen erklärt sich vor allem durch die Geschwindigkeit. Eine DC-Schnellladesäule lädt mit deutlich mehr Leistung als eine Wallbox zuhause.

  • Zuhause (AC, 11 kW): rund 1,5 Stunden für 100 km Reichweite, ideal über Nacht
  • Öffentlich (DC, 50 bis 300 kW): 80 Prozent Ladestand in etwa 20 bis 40 Minuten

Für den Alltag spielt die hohe Geschwindigkeit kaum eine Rolle, denn das Auto steht nachts ohnehin viele Stunden in der Garage. Zuhause zählt nicht Tempo, sondern Preis. Auf der Langstrecke ist es umgekehrt: Dort ist die Schnellladung den höheren Preis wert.

Wann lohnt sich öffentliches Laden trotzdem?

Auf der Langstrecke und ohne eigene Lademöglichkeit bleibt öffentliches Laden unverzichtbar.

  • Lange Fahrten: Nur die Schnellladesäule lädt die Batterie in kurzer Zeit nach.
  • Keine eigene Wallbox: Wer in einer Mietwohnung ohne eigenen Stellplatz wohnt, ist auf öffentliche Punkte angewiesen.
  • Unterwegs laden: Beim Einkaufen oder im Parkhaus lässt sich Ladezeit sinnvoll nutzen.

Für den Alltag gilt jedoch: Wer zuhause laden kann, nutzt die öffentliche Säule nur als Ergänzung und fährt im Schnitt deutlich günstiger.

Wie lädt man zuhause am günstigsten?

Am günstigsten lädt, wer den Strom automatisch zur richtigen Zeit oder aus der eigenen PV-Anlage bezieht. Zwei Hebel senken die Kosten besonders stark:

1. Dynamischer Stromtarif Tarife wie Tibber, Octopus oder Rabot Energy folgen dem Börsenstrompreis, der nachts und bei viel Wind oder Sonne niedriger liegt. Eine smarte Wallbox verschiebt das Laden automatisch in diese günstigen Zeitfenster. Mehr dazu im Beitrag zum Laden mit dynamischem Stromtarif.

2. PV-Überschuss Mit eigener Photovoltaikanlage laden Sie den selbst erzeugten Solarstrom direkt ins Auto, statt ihn für eine geringe Vergütung ins Netz einzuspeisen. Die Kosten sinken auf rund 1 bis 2 Euro pro 100 km. Wie sich eine Wallbox mit der PV-Anlage verbinden lässt, zeigt der Leitfaden zur PV-Integration.

Entscheidend in beiden Fällen ist eine Wallbox, die den Ladevorgang intelligent steuert. Eine einfache Steckdose oder eine Wallbox ohne smarte Funktionen kann diese Einsparungen nicht nutzen.

Welche Wallbox macht das günstige Laden zuhause möglich?

Eine smarte Wallbox nutzt automatisch die jeweils günstigste Stromquelle. Trydan kombiniert beide Hebel: das Laden im günstigsten Zeitfenster eines dynamischen Tarifs und das PV-Überschussladen mit Solarstrom vom eigenen Dach.

  • Steuerung über die kostenlose V2C Cloud App
  • Kompatibel mit jedem Elektroauto
  • Erhältlich in 11 kW und 22 kW (siehe Vergleich 11 kW vs. 22 kW)
  • Automatische Anpassung der Ladeleistung an den Solarüberschuss

So erreichen Sie die niedrigsten Kosten pro 100 km, ganz ohne manuelles Eingreifen.

Kurz gesagt

  • Zuhause laden ist im Alltag fast immer günstiger als öffentlich, mit Normaltarif schon 35 bis 50 Prozent.
  • Pro Jahr lassen sich rund 620 bis über 1.400 Euro sparen.
  • Öffentliches Laden lohnt sich vor allem auf der Langstrecke und ohne eigene Wallbox.
  • Eine smarte Wallbox mit dynamischem Tarif oder PV-Überschuss macht das volle Sparpotenzial nutzbar.

FAQs

Was kostet das Laden an einer öffentlichen Ladestation?

Laut ADAC rund 0,52 €/kWh an AC-Ladepunkten und 0,60 €/kWh beim DC-Schnellladen (Stand 2026). Das sind rund 9,36 bis 10,80 Euro pro 100 km, ohne mögliche Zusatzgebühren.

Ist Laden zuhause immer günstiger als öffentlich?

In den allermeisten Fällen ja. Der Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei rund 0,37 €/kWh und damit deutlich unter den Kosten einer öffentlichen Ladesäule.

Wie viel spart man pro Jahr beim Laden zuhause?

Bei 15.000 km im Jahr rund 620 Euro gegenüber öffentlichem Schnellladen, mit PV-Überschuss über 1.400 Euro.

Welche versteckten Kosten gibt es beim öffentlichen Laden?

Vor allem Blockiergebühren, Roaming-Aufschläge, Grundgebühren und der Ad-hoc-Aufschlag ohne Vertrag.

Lohnt sich öffentliches Laden überhaupt noch?

Ja, vor allem auf langen Fahrten und für Haushalte ohne eigene Wallbox. Als alleinige Lademöglichkeit ist es aber deutlich teurer als das Laden zuhause.

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