V2C Trydan im Unboxing: erste Eindrücke von Simon Dümig zur smarten Wallbox

Wer zwei Elektroautos zuhause lädt und gleichzeitig eine Photovoltaikanlage, einen Hausspeicher und einen variablen Stromtarif unter einen Hut bringen möchte, stößt schnell an die Grenzen einer einfachen Wallbox. Simon Dümig, Betreiber des YouTube-Kanals @duemigsimon, steht genau vor dieser Aufgabe: Überschuss aus der PV-Anlage soll ins Auto fließen, der Speicher soll dabei nicht leerlaufen, und wenn möglich lädt er zu den günstigsten Stunden seines Octopus-Intelligent-Go-Tarifs.

V2C kontaktierte ihn mit der Frage, ob er Interesse an einem Test von Trydan hätte. Die Marke war ihm zuvor unbekannt, das änderte sich nach den ersten Zeilen auf der Produktseite. In seinem Unboxing-Video erklärt er, was ihn überzeugt hat, bevor die eigentliche Installation überhaupt begonnen hat.

„Was mich dran interessiert hat: Das Ding ist offen, was die Standards angeht. Und die Entwickler dahinter haben scheinbar Bock, eine wahnsinnig coole Wallbox anzubieten.“

Link zum Video

Zwei Teslas, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und ein Hausspeicher, der möglichst nicht unter 80 Prozent fallen soll: Wer mit diesem Setup plant, merkt schnell, dass eine gewöhnliche Wallbox mit einem einzigen Lademodus nicht ausreicht. Genau an diesem Punkt setzt Simons Interesse an, bevor überhaupt ein Kabel verlegt ist. Ihm geht es nicht um die höchste Ladeleistung auf dem Papier, sondern um die Frage, wie viele Entscheidungen die Wallbox selbstständig und lokal treffen kann, ohne dass jedes Mal eine Anfrage an einen Server irgendwo im Internet geschickt werden muss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unboxing-Video, ausführlicher Praxistest folgt in den kommenden Wochen.
  • Getestetes Modell: Trydan 22 kW mit 5 Meter Ladekabel und Tesla-Taste.
  • Native Anbindung an sechs Wechselrichter-Marken über Modbus TCP, ohne Cloud dazwischen.
  • Volle EVCC-Kompatibilität und eigenes Home-Assistant-Plugin von V2C.
  • Automatischer Wechsel zwischen ein- und dreiphasigem Laden, inklusive einer technisch bedingten Leistungslücke.
  • Preis: 938 Euro für die Kabelvariante mit Tesla-Taste, unabhängig von 11 kW oder 22 kW.

Wer ist Simon Dümig?

Simon betreibt einen Smart-Home- und E-Mobilitäts-Kanal, auf dem er unter anderem seinen eigenen Raspberry-Pi-Aufbau zeigt, der Photovoltaik-Erzeugung und Speicherstand auswertet, damit Überschuss ins Fahrzeug statt ins Netz fließt. Er nutzt bereits eine andere Wallbox im Zusammenspiel mit EVCC und kennt damit die Schwachstelle vieler smarter Ladelösungen aus erster Hand: Läuft die Kommunikation über die Cloud des Herstellers, funktioniert das intelligente Laden nicht mehr, sobald diese Cloud offline geht oder kein Internet verfügbar ist.

Kein Vendor-Lock-in, keine Abhängigkeit von einem fremden Server.

Das ist für Simon kein theoretisches Szenario. Bei seiner aktuellen Wallbox läuft die Kommunikation mit EVCC über die Cloud des Herstellers, was bedeutet: Fällt diese Cloud aus oder wird sie irgendwann abgeschaltet, funktioniert das smarte Laden nicht mehr, unabhängig davon, wie gut die Hardware selbst ist. Dieser Punkt taucht in seinem Video mehrfach auf und erklärt, warum die lokale Modbus-Anbindung von Trydan für ihn der eigentliche Testgrund ist, noch vor der reinen Ladeleistung.

Was steckt in der Box?

Die Verpackung selbst ist groß, die Wallbox darin deutlich kompakter, sauber in Styropor eingepackt und mit einer Displayschutzfolie versehen. Im Lieferumfang enthalten: die Wallbox mit vormontiertem 5-Meter-Ladekabel inklusive Tesla-Taste, eine Installationsanleitung mit Dübeln und Schrauben, ein Schlüssel für das Gehäuse, sowie ein separates Paket mit einem Kommunikationsmodul für Stromzangen und drei Stromzangen für L1, L2 und L3.

Die Tesla-Taste am Stecker ist ein kleines, aber praktisches Detail: Ein Druck öffnet die Ladeklappe automatisch und stoppt bei Bedarf auch den Ladevorgang, ohne dass ein zusätzlicher Tastendruck am Gerät nötig ist.

Beim Öffnen des Gehäuses mit dem mitgelieferten Schlüssel zeigt sich ein aufgeräumtes Innenleben: ein Mikrocontroller-Board, ein Display-Anschluss und relativ viel freier Raum, was auf eine kompakte, miniaturisierte Elektronik hindeutet.

EigenschaftDetail
Getestetes Modell22 kW, dreiphasig, 5 m Kabel mit Tesla-Taste
HerstellungSpanien
Lokale SteuerungWeb-Interface, App, EVCC, Home-Assistant-Plugin
Native Wechselrichter-AnbindungSMA, Fronius, Huawei, Kostal, SolarEdge, SolarX
PV-Überschussladen ohne WechselrichterShelly Energy Metering oder integrierte Stromzangen
§14a EnWGKompatibel, Drosselung durch Netzbetreiber möglich
Preis (Kabel mit Tesla-Taste)938 Euro, unabhängig von 11 oder 22 kW

Native PV-Integration: sechs Wechselrichter-Marken direkt angebunden

Der Punkt, der Simon am meisten überzeugt: Trydan kommuniziert per Modbus TCP direkt mit dem Wechselrichter, ohne Umweg über eine Herstellercloud. Unterstützt werden unter anderem SMA, Fronius, Huawei, Kostal, SolarEdge und SolarX. In seinem eigenen Setup nutzt er ein Kostal Smart Energy Meter, das den Stromfluss auf jeder einzelnen Phase erfasst, Daten, die sich direkt an die Wallbox weitergeben lassen.

Genau hier liegt für ihn der entscheidende Unterschied zu seiner bisherigen Wallbox, bei der die Kommunikation über die Cloud eines Drittanbieters läuft: Fällt diese Cloud aus, oder gibt es keinen Internetanschluss, funktioniert das smarte Laden dort nicht mehr. Bei Trydan bleibt alles im eigenen Netzwerk.

Automatischer Phasenwechsel: die Lücke zwischen 3,6 und 4,1 kW

Eine Wallbox, die dreiphasig angeschlossen ist, muss pro Phase mindestens 6 Ampere fließen lassen. Bei drei Phasen mit je 6 Ampere und 230 Volt ergibt das rund 4,1 kW. Wer aber nur wenig PV-Überschuss zur Verfügung hat, zum Beispiel 2 bis 3 kW, kommt unter diesen Mindestwert nicht heraus, ohne zusätzlichen Netzbezug in Kauf zu nehmen.

Trydan löst das, indem es zunächst einphasig lädt, bis zu einem eingestellten Grenzwert, etwa 16 Ampere, was rund 3,6 kW entspricht. Erst dann schaltet die Wallbox auf drei Phasen um. Wichtig dabei: Der Wechsel erfolgt nicht während eines laufenden Ladevorgangs, die Wallbox unterbricht kurz, schaltet um und gibt danach erneut das Ladesignal. Simon erklärt, warum das so gelöst ist.

„Sie schaltet nicht den laufenden Ladebetrieb um. Da gibt es bei gewissen Autos, die die Phasen kurzschließen, Probleme. Sie schaltet sich ab, schaltet die drei Phasen an und gibt dann das Ladesignal wieder ans Auto.“

Die Lücke beim Phasenwechsel

3,6 kW

1-phasig, max. 16A

4,1 kW

3-phasig, min. 6A/Phase

Zwischen den beiden Modi liegt eine Lücke von rund 500 Watt, die Wallbox oder Netzbezug ausgleichen muss.

Zwischen den 3,6 kW einphasig und den 4,1 kW dreiphasig bleibt eine Lücke von etwa 500 Watt, die entweder aus dem Netz oder aus dem Hausspeicher gedeckt wird. Wer eine 22-kW-Variante besitzt und sich die höhere Absicherung genehmigen lässt, kann den einphasigen Grenzwert auf bis zu 17 oder 18 Ampere anheben und die Lücke damit verkleinern. Bei einer klassischen 11-kW-Wallbox mit 16-Ampere-Sicherung ist das nicht möglich.

Kein passender Wechselrichter? Shelly und Stromzangen als Alternative

Nicht jeder Haushalt hat einen der sechs nativ unterstützten Wechselrichter verbaut. Für diesen Fall bietet Trydan zwei Alternativen: die Anbindung eines Shelly Energy Metering-Geräts, das die Messung am Netzanschluss übernimmt und die Daten lokal per IP-Adresse überträgt, oder die im Lieferumfang enthaltenen Stromzangen, die direkt an der Wallbox angeschlossen werden. Beide Wege laufen ohne Cloud-Verbindung.

EVCC, Home Assistant und die Modbus-Grenze

V2C hat neben der EVCC-Integration auch ein eigenes Plugin für Home Assistant entwickelt, beide Wege laufen lokal. Wer weder das eine noch das andere einrichten möchte, kann Statusmeldungen auch über einen Telegram-Bot erhalten, etwa die Information, dass der Ladevorgang abgeschlossen ist. Mehr zur konkreten Einbindung von Trydan in Home Assistant, EVCC und weitere Plattformen findet sich im Beitrag zur Smart-Home-Integration von Wallboxen.

V2C ist zudem auf GitHub aktiv und stellt dort unter anderem ein Media Kit bereit, ein für die Branche eher ungewöhnlicher Schritt in Richtung Transparenz. Auf der Trydan-Produktseite existiert außerdem ein öffentliches Änderungsprotokoll, in dem neue Firmware-Funktionen wie der automatische Phasenwechsel dokumentiert werden, ein Detail, das Simon positiv auffällt, weil es zeigt, dass am Produkt aktiv weiterentwickelt wird.

Eine technische Einschränkung benennt Simon offen: Modbus lässt jeweils nur eine aktive Verbindung zum Wechselrichter zu. Wer EVCC parallel zur Wallbox mit demselben Wechselrichter sprechen lassen möchte, braucht dafür einen zusätzlichen Proxy, sonst funktionieren beide Systeme nicht gleichzeitig. Simon plant, die Anbindung zunächst primär über EVCC umzusetzen und den Proxy-Weg nur bei Bedarf zu ergänzen. Mehr Kontext zu offenen Protokollen wie Modbus und der lokalen API von Trydan liefert der Beitrag zu MQTT und API.

Geöffnetes Gehäuse der V2C Trydan Wallbox mit Mikrocontroller-Platine

Preis und Ausblick auf den vollständigen Test

Die getestete Variante mit 5 Meter Kabel und Tesla-Taste kostet 938 Euro, und zwar unabhängig davon, ob die 11-kW- oder die 22-kW-Version gewählt wird. Da der Preis identisch ist, empfiehlt Simon die 22-kW-Variante, die sich in den Geräteeinstellungen bei Bedarf auf 11 kW drosseln lässt.

Dieses Video zeigt ausschließlich das Unboxing.

Die Installation und der ausführliche Praxistest im Alltag folgen in einem weiteren Video, sobald Simon die Wallbox montiert und über mehrere Wochen im Zusammenspiel mit seiner Photovoltaikanlage, dem Hausspeicher und den beiden Elektroautos getestet hat. Ein Aspekt, an dem er nach eigener Aussage parallel mit V2C arbeitet, bevor der finale Test veröffentlicht wird, ist die automatisierte Umschaltung zwischen ein- und dreiphasigem Laden im Zusammenspiel mit EVCC, aktuell lässt sich der Phasenwechsel manuell in der App auslösen, die vollständige Automatisierung über EVCC ist zum Zeitpunkt des Unboxings noch nicht abgeschlossen. Wer verfolgen möchte, wie sich das in der Praxis löst, findet den vollständigen Test in den kommenden Wochen auf seinem Kanal.


Transparenzhinweis: Dieser Beitrag basiert auf dem Unboxing-Video von Simon Dümig (@duemigsimon). Simon erhielt eine Trydan 22 kW als Leihstellung von V2C sowie eine Provision über den Partnercode, im Gegenzug für ein unabhängiges Testvideo. Mit dem Code SIMON ist ein Rabatt im V2C-Shop einlösbar.

Kurz gesagt

Trydan überzeugt im Unboxing durch die native Anbindung an sechs Wechselrichter-Marken per Modbus TCP, die volle EVCC-Kompatibilität und ein eigenes Home-Assistant-Plugin, alles ohne Zwang zur Herstellercloud. Der automatische Phasenwechsel zwischen ein- und dreiphasigem Laden schließt die technische Lücke zwischen 3,6 und 4,1 kW weitgehend, auch wenn ein kleiner Leistungsabstand bestehen bleibt. Der vollständige Praxistest von Simon Dümig steht noch aus. Wer mehr über die Integration von Wallboxen in ein bestehendes Smart Home erfahren möchte, findet ergänzende Informationen im Beitrag zur Wallbox im Smart Home.

FAQs

Funktioniert V2C Trydan ohne Cloud-Anbindung?

Ja. Trydan kommuniziert über Modbus TCP direkt und lokal mit kompatiblen Wechselrichtern, ohne Umweg über eine Herstellercloud.

Welche Wechselrichter unterstützt Trydan nativ?

Trydan bindet unter anderem SMA, Fronius, Huawei, Kostal, SolarEdge und SolarX direkt über Modbus TCP an, ohne zusätzliche Hardware.

Ist Trydan mit EVCC kompatibel?

Ja. Trydan ist vollständig mit EVCC kompatibel und lässt sich zusätzlich über ein eigenes Home-Assistant-Plugin von V2C steuern.

Wie funktioniert der automatische Phasenwechsel bei Trydan?

Trydan lädt zunächst einphasig bis zu einem eingestellten Grenzwert, etwa 3,6 kW, und schaltet danach automatisch auf dreiphasiges Laden um. Der Wechsel erfolgt nicht während eines laufenden Ladevorgangs, sondern durch eine kurze Unterbrechung.

Was kostet Trydan mit Tesla-Ladekabel?

Die Variante mit 5 Meter Kabel und Tesla-Taste kostet 938 Euro, unabhängig davon, ob die 11-kW- oder die 22-kW-Version gewählt wird.

Wie funktioniert PV-Überschussladen ohne kompatiblen Wechselrichter?

Trydan lässt sich alternativ über ein Shelly Energy Metering-Gerät oder über die im Lieferumfang enthaltenen Stromzangen an das PV-System anbinden, beides ohne Cloud-Verbindung.

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