Die Elektromobilität boomt: Immer mehr Menschen steigen auf Elektrofahrzeuge um, und mit ihnen wächst der Bedarf an zuverlässiger Ladeinfrastruktur. Was lange als Zukunftsvision galt, ist längst Alltag geworden und stellt Hersteller wie Nutzer gleichermaßen vor neue Anforderungen. V2C hat genau hier angesetzt und eine Lösung entwickelt, die das Laden von Elektrofahrzeugen grundlegend verändern könnte.

Was ist die gemischte Dreiphasenladung?
Die gemischte Dreiphasenladung ist ein Lademodus, der automatisch zwischen einphasigem und dreiphasigem Betrieb wechselt. Das System entscheidet in Echtzeit, welcher Modus effizienter ist, und passt die Ladeleistung entsprechend an.
Konventionelle Wallboxen laden entweder ausschließlich einphasig oder ausschließlich dreiphasig. Trydan kombiniert beide Modi in einem einzigen Ladevorgang: Bei geringer verfügbarer Leistung wird einphasig geladen, bei ausreichender Leistung wechselt das System automatisch auf dreiphasigen Betrieb mit bis zu 22 kW.
Das Ergebnis: kein ungenutzter Strom, keine unnötigen Ladepausen. Jedes verfügbare Kilowatt wird genutzt, unabhängig davon, ob die Quelle das Netz oder eine Photovoltaikanlage ist.
Wie funktioniert die Dreiphasenladung bei Trydan?
Die gemischte Dreiphasenladung besteht in einem dynamischen Wechsel der Aktivierung der Ladephasen. Trydan misst die verfügbare Stromstärke kontinuierlich und entscheidet in Echtzeit, welcher Lademodus effizienter ist. Kein manueller Eingriff ist erforderlich.
Der Ladevorgang startet im einphasigen Modus bei der konfigurierten Mindeststromstärke von 6 A. Dadurch ist Laden auch bei geringer verfügbarer Leistung möglich, etwa bei niedrigem PV-Überschuss oder begrenzter Netzkapazität. Jedes verfügbare Kilowatt wird genutzt, stets innerhalb der in der V2C Cloud App festgelegten minimalen und maximalen Ladegrenzen.
Sobald die einphasige Stromstärke den eingestellten Maximalwert von 30 A überschreitet, wird der dreiphasige Lademodus automatisch aktiviert. Die Stromstärke wird auf 10 A reduziert, die Leistung steigt auf bis zu 22 kW. Die konfigurierten Ladegrenzen bleiben jederzeit aktiv.
| Modus | Stromstärke | Leistung | Auslöser |
|---|---|---|---|
| Einphasig | 6 A bis 30 A | bis 6,9 kW | Startmodus |
| Dreiphasig | 10 A | bis 22 kW | Einphasig überschreitet 30 A |
| Zurück zu einphasig | 30 A | ab 1,38 kW | Dreiphasig fällt unter 10 A |
Sinkt die Stromstärke im dreiphasigen Betrieb unter 10 A, kehrt das System automatisch in den einphasigen Modus zurück. Die Intensität wird auf 30 A umgestellt, was ein Laden ab 1,38 kW ermöglicht. So bleibt der Ladevorgang auch bei stark schwankender PV-Produktion unterbrechungsfrei aktiv.

Welche Voraussetzungen sind notwendig?
Die gemischte Dreiphasenladung steht nicht automatisch zur Verfügung. Drei Bedingungen müssen erfüllt sein:
1. Dynamisches Lastmanagement aktiv
Das dynamische Lastmanagement muss in Trydan aktiviert sein. Ohne diese Funktion erkennt das System die verfügbare Leistung nicht in Echtzeit und kann den Phasenwechsel nicht auslösen.
2. Messgerät vorhanden
Für die Erfassung der Netzlast wird ein Messgerät benötigt. Zwei Optionen stehen zur Verfügung:
| Option | Gerät |
|---|---|
| V2C Control Box | Eigenentwicklung von V2C, direkte Integration |
| Smart Meter | Kompatibler Zähler, zum Beispiel Shelly |
3. Hausanschluss mit mindestens 32 A
Liegt die Absicherung des Hauptanschlusses unter 32 A, funktioniert die gemischte Dreiphasenladung nicht korrekt. Vor der Aktivierung sollte die Absicherung geprüft werden.
Sind diese drei Bedingungen erfüllt, kann die Funktion ohne weitere Anpassungen aktiviert werden.

Vorteile für Nutzer und Umwelt
Die gemischte Dreiphasenladung von Trydan bietet Vorteilen sowohl für Elektrofahrzeugnutzer als auch für die Umwelt:
- Höhere Ladeeffizienz: Durch die Anpassung an die spezifischen Merkmale jeder Elektroinstallation und die verfügbare Energie wird die Ladeeffizienz maximiert, wodurch die Zeit bis zur vollständigen Ladung verkürzt wird.
- Optimierung der Solarenergie: Besitzer von Photovoltaikanlagen können die von ihnen erzeugte saubere Energie bestmöglich nutzen, da sich die gemischte Dreiphasenladung automatisch an die Solarproduktionskapazität in Echtzeit anpasst.
- Reduzierung des Energieverbrauchs: Durch eine effizientere Nutzung der verfügbaren Energie wird der Energieverbrauch aus dem Stromnetz minimiert, was zu einer Verringerung des CO2-Fußabdrucks und einer geringeren Umweltbelastung führt.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Die gemischte Dreiphasenladung von Trydan passt sich unterschiedlichen Szenarien und Umgebungen an, was eine größere Vielseitigkeit für Nutzer und eine bessere Integration von Elektrofahrzeugen in das globale Stromnetz ermöglicht.
Wie wird die gemischte Dreiphasenladung aktiviert?
Die Aktivierung erfolgt auf zwei Wegen, je nachdem, ob ein Fachbetrieb die Einrichtung übernimmt oder die Konfiguration direkt am Gerät vorgenommen wird.
Über das Installer Panel
Für Elektrobetriebe steht das Installer Panel zur Verfügung. Die gemischte Dreiphasenladung lässt sich dort remote aktivieren, ohne einen zweiten Vor-Ort-Termin. Alle Einstellungen werden über die Plattform vorgenommen und sind sofort wirksam. Das spart Zeit bei der Inbetriebnahme und macht Rückfahrten zum Kunden überflüssig.
Manuell über die Bedientasten am Gerät
Alternativ lässt sich die Funktion direkt am Ladegerät über die Bedientasten aktivieren. Diese Option eignet sich für Nutzer, die die Konfiguration ohne Installer Panel selbst vornehmen möchten.
Die Aktivierung über das Installer Panel ist die empfohlene Methode für Fachbetriebe. Fernkonfiguration statt Rückfahrt.
Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis: Trydan erkennt die verfügbare Leistung in Echtzeit und wechselt die Ladephasen automatisch, sobald die konfigurierten Schwellenwerte erreicht werden.
Besonders vorteilhaft mit PV-Anlage
Solarstrom schwankt. Bewölkung, Tageszeit, Jahreszeit: Die verfügbare PV-Leistung ändert sich ständig. Konventionelle Wallboxen kommen damit schlecht zurecht.
Dreiphasiges Laden erfordert einen Mindestüberschuss von 4,2 kW. Liegt die Produktion darunter, lädt das Fahrzeug entweder gar nicht mit Solarstrom oder zieht Strom aus dem Netz. Eigenverbrauch geht verloren.
Ab 1,38 kW PV-Überschuss lädt Trydan.
Das ist der entscheidende Unterschied. Bei geringer Produktion startet Trydan einphasig bei 6 A und nutzt jeden verfügbaren Kilowatt direkt für das Fahrzeug. Steigt der Überschuss, wechselt das System automatisch in den dreiphasigen Modus, ohne Unterbrechung, ohne manuellen Eingriff.
So fließt Solarstrom ins Auto, der sonst ins Netz eingespeist oder schlicht verschenkt würde. Über den gesamten Tag summiert sich das zu einem deutlich höheren Eigenverbrauchsanteil, auch an Tagen mit wechselhafter Bewölkung.
Weitere Informationen zur PV-Integration: Wallbox mit PV-Anlage verbinden.
FAQs
Nicht mit jedem. Das Fahrzeug muss dreiphasiges Laden unterstützen. Modelle, die ausschließlich einphasig laden, bleiben im einphasigen Modus, unabhängig von der Konfiguration der Wallbox.
Nein. Nach der Ersteinrichtung über das Installer Panel oder die Bedientasten am Gerät arbeitet das System vollautomatisch. Trydan erkennt die verfügbare Leistung in Echtzeit und wechselt die Phasen ohne weiteren Eingriff.
Die konfigurierten Einstellungen bleiben gespeichert. Nach einem Neustart nimmt Trydan den Betrieb mit denselben Parametern wieder auf.
Ja, die Funktion steht sowohl im einphasigen als auch im dreiphasigen Trydan zur Verfügung, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ja. Der Maximalwert für den Phasenwechsel lässt sich in der V2C Cloud App individuell konfigurieren. Der Standardwert liegt bei 30 A.
Trydan ist die einzige Wallbox auf dem deutschen Markt, die einphasiges und dreiphasiges Laden automatisch kombiniert. Weitere Informationen zu Trydan und den technischen Spezifikationen auf der Produktseite.