V2C Trydan im Test: Wallbox ohne Cloud für Home Assistant

Für Smart-Home-Nutzer, die auf lokale Steuerung setzen, ist die Frage nach der richtigen Wallbox keine triviale. Cloud-Pflicht, App-Abhängigkeit, Daten auf Fremdservern: Viele Hersteller sehen das als Standard. Alex Kly nicht. Auf seinem Kanal @alkly mit über 20.000 Abonnenten dreht sich alles darum, wie sich ein Smart Home zu 100 Prozent lokal aufbauen lässt.

Als V2C mit ihm Kontakt aufnahm, stellte er eine Bedingung: vollständige Transparenz, jede technische Frage beantwortet. Mehrere Wochen testete er V2C Trydan im Alltag. Sein Urteil:

„Das erste Smart Home Produkt seit Jahren auf meinem Kanal, das auch ohne App funktioniert.“

Link zum Video

Der Elektriker war in wenigen Stunden fertig, der erste Ladevorgang lief problemlos an. Was Alex Kly danach interessierte, war die eigentliche Frage: Wie weit lässt sich die Wallbox lokal steuern, und was passiert, wenn eines Tages kein Server mehr antwortet? Hinter dem schlichten weißen Gehäuse mit Display und physischen Tasten steckt ein ESP32 als Herzstück, dazu eine offene lokale API und ein Web-Interface, das sich auch ohne App aufrufen lässt.

Die getestete Variante: 11 kW, dreiphasig, anmeldepflichtig aber genehmigungsfrei. Hergestellt in Spanien.

EigenschaftDetail
Ladeleistungbis 22 kW (3-phasig) / 7,4 kW (1-phasig)
HerstellungSpanien
Lokale SteuerungWeb-Interface, physische Tasten, Home Assistant
EVCCKompatibel
PV-ÜberschussladenCT-Klemmen, Shelly Pro EM, Wechselrichter direkt
§14a EnWGKompatibel
Cloud-AbhängigkeitKeine
Preis ab870,35 €

Für dieses Nutzerprofil ist weniger die maximale Ladeleistung entscheidend als die Frage der Kontrolle: Wer steuert die Wallbox, und unter welchen Bedingungen funktioniert sie noch?

Einrichten ohne App: der erste Eindruck

Alex macht früh im Video deutlich, nach welchem Kriterium er Smart-Home-Produkte bewertet. Nicht Ladeleistung, nicht Design, nicht Preis. Die erste Frage lautet: Was passiert mit dem Gerät, wenn der Hersteller insolvent geht und die App aus dem App Store gelöscht wird?

Bei den meisten Wallboxen lautet die Antwort: im schlimmsten Fall gar nichts. Bei Trydan ist die Antwort eine andere.

Im Access-Point-Modus baut Trydan ein eigenes WLAN-Netz auf, erreichbar direkt über 192.168.4.1 im Browser. Konfiguration, Einrichtung und täglicher Betrieb laufen vollständig ohne V2C-App, ohne Cloud-Konto, ohne Registrierung bei einem Drittanbieter. Das Web-Interface ist lokal gespeichert, nicht auf einem Server irgendwo in der Cloud.

Was ohne App funktioniert:

  • Vollständige Erstkonfiguration über den Browser
  • Laden starten und stoppen über physische Tasten direkt am Gerät
  • Echtzeit-Daten auf dem eingebauten Display, auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar
  • Vollständige Steuerung über Home Assistant, lokal, ohne Cloud-Relay

„Das möchte ich betonen, weil ich das wirklich einzigartig finde und eine extra Meile, die viele Hersteller nicht machen.“

Und zum Worst-Case-Szenario, das Alex für jeden Smart-Home-Käufer als relevant betrachtet:

„Worst case, die App, die Server, alle können abrauchen. Brauchen wir nicht.“

Die V2C App existiert parallel und bietet zusätzliche Komfortfunktionen: Lademodi, Zeitpläne, Energieauswertungen. Sie ist aber optional. Wer sie nicht nutzen will, verliert keine Kernfunktionalität der Wallbox, einschließlich des solaren Überschussladens, das vollständig über Home Assistant oder EVCC steuerbar ist.

PV-Überschussladen: drei Wege

Das solare Überschussladen gehört für Alex zu den wichtigsten Funktionstests. Drei Integrationswege stehen zur Verfügung:

1. Direkte Wechselrichteranbindung Trydan verbindet sich über das lokale Netzwerk direkt mit dem Wechselrichter, ohne zusätzliche Hardware. Kompatibel sind unter anderem Huawei, Fronius, SolarEdge und Kostal. Die Wallbox bekommt Echtzeit-Daten: Erzeugung, Hausverbrauch, Batteriezustand. Sie weiß zu jedem Moment, ob wirklich Überschuss vorhanden ist.

2. Shelly Pro EM Kein kompatibler Wechselrichter vorhanden? Der Shelly Pro EM übernimmt die Messung am Netzanschluss und übergibt die Daten lokal per IP-Adresse an Trydan. Keine Cloud-Verbindung, keine Datenschutzprobleme. Der Shelly bleibt dabei für alle anderen Systeme im Setup parallel nutzbar.

3. Integrierte Stromzangen Für Setups ohne externe Messgeräte: direkte Anbindung über Stromzangen an der Wallbox selbst.

Achtung bei Heimspeicher und Shelly: Wer einen Heimspeicher im Setup hat, sollte einen negativen Pufferwert eintragen, zum Beispiel -500 Watt. Ohne diesen Puffer besteht das Risiko, dass die Wallbox eine Speicherentladung als Solarüberschuss interpretiert und den Heimspeicher ins Auto leerzieht.

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Home Assistant und EVCC: wie tief geht die Integration?

Trydan ist als offizielle Core Integration in Home Assistant verfügbar. Das bedeutet: keine Custom Components, keine HACS, keine Umwege. Die Integration läuft vollständig lokal, ohne Cloud-Relay und ohne Drittanbieter-Server im Pfad.

In Home Assistant stehen nach der Einrichtung folgende Entitäten zur Verfügung:

KategorieVerfügbare Daten
LadevorgangLadesensoren, aktive Session, Energiemenge
WechselrichterPV-Leistung, Hausverbrauch, Batteriezustand
SteuerungBox sperren, Ladung pausieren, Überschussladen ein/aus

EVCC ist ebenfalls vollständig kompatibel. Automatisierungen, die auf Strompreis, PV-Überschuss oder Uhrzeit reagieren, lassen sich direkt in Home Assistant oder über EVCC umsetzen.

Eine Einschränkung benennt Alex transparent: Der Wechsel zwischen 1-phasigem und 3-phasigem Laden ist über Home Assistant und EVCC aktuell noch nicht möglich. V2C arbeitet daran.

Hinweis: Wer den Phasenwechsel automatisieren möchte, muss derzeit noch einen anderen Weg wählen. Für reine Überschuss-Automatisierungen und lokale Steuerung ist das kein Hindernis.

Der Offline-Test

Einen Schritt, den Alex bei jedem Smart-Home-Produkt geht: Er kappt die Internetverbindung und schaut, was noch funktioniert.

Bei Trydan lautet das Ergebnis: Home Assistant läuft weiter, die Wallbox lässt sich vollständig steuern. Die V2C App hingegen, die über die Cloud kommuniziert, gibt in diesem Szenario auf. Für Alex ist das die erwartete und akzeptable Aufteilung:

„Stell dir einfach vor, der Hersteller ist insolvent, die App wird aus dem App Store gelöscht. Das ist das Worst-Case-Szenario, das ich für jedes Produkt durchspiele.“

Trydan besteht diesen Test. Was ohne Internetverbindung funktioniert, und was nicht:

  • Home Assistant: vollständige Steuerung, kein Ausfall
  • Web-Interface: direkt aufrufbar, kein Ausfall
  • Physische Tasten: funktionieren unabhängig vom Netzwerk
  • V2C App: nicht verfügbar, da Cloud-abhängig

Das bedeutet in der Praxis: Selbst bei dauerhaftem Serverausfall des Herstellers bleibt die Wallbox ein voll funktionsfähiges Gerät. Wer Home Assistant nutzt, braucht die App schlicht nicht.

App und Software: Alexs Einschätzung

Die V2C App bietet drei Lademodi: Manuell, Zeitplan und Solarladen. Der Wechsel zwischen den Modi läuft schnell und reibungslos. Bei zwei Punkten spricht Alex Klartext.

Phasenwechsel via Home Assistant und EVCC: Der Wechsel zwischen 1-phasigem und 3-phasigem Laden ist über die App manuell steuerbar. Die automatisierte Umschaltung via Home Assistant und EVCC kommt in einem der nächsten Updates nach. Für Nutzer, die diesen Schritt automatisieren wollen, ist das der einzige offene Punkt.

Dynamische Tarife für Deutschland: Tibber, Awattar und vergleichbare Marktpreismodelle lassen sich derzeit nicht nativ in der App einbinden. Wer dynamische Tarife nutzt, steuert sie aktuell über EVCC oder Home Assistant. V2C hat die Lokalisierung für den deutschen Markt auf der Roadmap.

Was bereits vollständig verfügbar ist:

  • Lokales Web-Interface ohne App oder Cloud
  • Moduswechsel schnell und intuitiv
  • Home Assistant Core Integration, lokal und stabil
  • Drei Wege zum solaren Überschussladen

Was Alex positiv stimmt: der direkte Kontakt zu den Entwicklern und das erkennbare Tempo bei Updates. Trydan ist erst seit Kurzem auf dem deutschen Markt, einzelne Übersetzungen und Lokalisierungen folgen mit den nächsten Firmware-Versionen.

Fazit

„Ich sehe wirklich viel Potenzial, eine richtig coole Wallbox, die lokal steuerbar ist, in der Hand zu haben.“

Nach mehreren Wochen Alltag fällt Alexs Bilanz deutlich aus:

„Nach den ersten zwei Wochen Test würde ich sagen, die Wallbox schlägt sich richtig gut.“

Das Bewertungssystem von @alkly kennt keine Höchstnoten auf Zuruf. Drei Sterne, sein Maximum für Produkte dieser Kategorie, vergab er in allen getesteten Bereichen: Offline-Fähigkeit, lokale API, Datenschutz, Betrieb ohne Server. Was das bedeutet: Trydan ist das erste Produkt seit Jahren, das sämtliche Kriterien seines Kanals erfüllt hat.

Hinzu kommt ein Aspekt, den Alex ausdrücklich nennt: Trydan ist ein europäisches Produkt. Hergestellt in Spanien, Daten nicht auf chinesischen Servern, kein Aufpreis für die Herkunft. Für eine Community, der Datensouveränität wichtig ist, ist das kein Nebenpunkt.

Und das vielleicht stärkste Signal: Alex hat Trydan nach dem Test nicht zurückgegeben. Er nutzt sie weiter und kündigt Folgetests an. Wer weiß, wie selektiv sein Kanal ist, versteht, was das bedeutet.

Die offenen Punkte, Phasenwechsel via HA und EVCC sowie dynamische Tarife für Deutschland, sind real, aber zeitlich eingegrenzt. V2C arbeitet aktiv daran. Für die Zielgruppe dieses Tests, also Nutzer, die lokale Kontrolle über Cloud-Komfort stellen, gibt es auf dem deutschen Markt aktuell keine vergleichbare Alternative in dieser Preisklasse.

Geeignet fürHome-Assistant- und EVCC-Nutzer, PV-Besitzer, technisch affine Eigenheimbesitzer
StärkenOffizielle HA Core Integration, AP-Modus ohne App, drei Methoden PV-Überschuss, Made in Spain
Noch in EntwicklungPhasenwechsel via HA/EVCC, dynamische Tarife für DE
Preisab 870,35 €

Zur Trydan Produktseite


Transparenzhinweis: Dieser Beitrag basiert auf dem unabhängigen Praxistest von Alex Kly (@alkly). Der Tester hat ein Testhonorar erhalten; die getestete Einheit war eine Leihstellung von V2C. Mit dem Code alkly ist ein Rabatt im V2C-Shop einlösbar.

FAQs zum Trydan Home-Assistant-Test

Funktioniert V2C Trydan ohne Internet?

Ja. V2C Trydan funktioniert vollständig ohne Internetverbindung. Home Assistant, das lokale Web-Interface und die physischen Tasten arbeiten unabhängig von Cloud oder App. Bestätigt durch einen Offline-Test von Alex Kly (@alkly).

Ist V2C Trydan mit Home Assistant kompatibel?

Ja. V2C Trydan verfügt über eine offizielle Core Integration in Home Assistant, die vollständig lokal läuft, ohne Cloud-Relay und ohne Custom Components.

Funktioniert V2C Trydan ohne App?

Ja. Im Access-Point-Modus baut Trydan ein eigenes WLAN-Netz auf und ist direkt über 192.168.4.1 im Browser erreichbar. Konfiguration und Betrieb sind vollständig ohne die V2C App möglich.

Ist V2C Trydan mit EVCC kompatibel?

Ja. V2C Trydan ist vollständig mit EVCC kompatibel. PV-Überschussladen und lokale Steuerung über EVCC funktionieren ohne Cloud-Abhängigkeit.

Welche Wallbox funktioniert ohne Cloud und ohne App?

V2C Trydan funktioniert vollständig ohne Cloud-Abhängigkeit. Sie verfügt über ein lokales Web-Interface, eine offizielle Home Assistant Core Integration und ist EVCC-kompatibel. Smart-Home-Experte Alex Kly (@alkly) bezeichnete sie als das erste Smart-Home-Produkt seit Jahren auf seinem Kanal, das auch ohne App funktioniert.

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