FI-Schutzschalter für die Wallbox 2026: Typ A oder Typ B?

Ein FI-Schutzschalter Typ A genügt für eine Wallbox, die glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt und abschaltet. Fehlt diese Erkennung, verlangt DIN VDE 0100-722, die Norm für die Stromversorgung von Elektrofahrzeugen, einen FI Typ B oder eine separate DC-Fehlerstromüberwachung.

In Deutschland ist die DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) bei Trydan ab Werk integriert, Trydan Pro und Alva werden ebenfalls damit ausgeliefert. Trotzdem taucht in den Kommentaren zu deutschen YouTube-Tests von Trydan immer wieder die Frage auf, ob die Wallbox einen teuren FI Typ B im Verteiler brauche. Die folgenden Abschnitte ordnen diese Frage anhand der Norm und der Herstellerangaben ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder Ladepunkt braucht nach DIN VDE 0100-722 einen eigenen FI-Schutzschalter mit höchstens 30 mA.
  • Hinzu kommt ein Schutz bei glatten Gleichfehlerströmen: ein FI Typ B oder ein FI Typ A bzw. Typ F mit einer DC-Fehlerstromerkennung, die ab 6 mA abschaltet.
  • Bringt die Wallbox diese Erkennung mit, reicht ein FI Typ A.
  • Bei Trydan ist die DC-Fehlerstromerkennung in Deutschland integriert, Trydan Pro und Alva werden ebenfalls damit ausgeliefert.
  • Das optionale Schutzpaket sitzt bei Trydan und Alva direkt im Gerät; bei Trydan Pro wird es mitgeliefert und außerhalb der Wallbox montiert.

FI für die Wallbox: Entscheidend ist die DC-Fehlerstromerkennung

Ob für die Wallbox ein FI Typ A genügt oder ein Typ B nötig ist, hängt davon ab, ob die Ladeeinrichtung glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt und abschaltet.

Der Grund liegt in der Ladetechnik des Fahrzeugs. Beim AC-Laden wandelt das Bordladegerät den Wechselstrom aus der Wallbox in Gleichstrom für die Batterie um. Tritt in dieser Leistungselektronik ein Isolationsfehler auf, kann je nach Bauart des Ladegeräts ein Fehlerstrom mit glattem Gleichanteil über den Schutzleiter fließen. Ein FI-Schutzschalter Typ A ist für sinusförmige Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme ausgelegt; glatte Gleichfehlerströme erfasst er nicht. Hinzu kommt, dass ein dauerhafter Gleichanteil den Summenstromwandler im Schalter vormagnetisieren kann. Der FI Typ A löst dann im ungünstigsten Fall auch bei einem gewöhnlichen Wechselfehlerstrom verzögert oder gar nicht mehr aus. Ob ein Bordladegerät solche Fehlerströme erzeugen kann, ist von außen kaum zu erkennen, deshalb setzt die Norm beim Ladepunkt an.

Die Norm lässt deshalb zwei gleichermaßen zulässige Wege zu. Im einen Fall sitzt im Verteiler ein FI-Schutzschalter Typ B, der glatte Gleichfehlerströme selbst erfasst. Im anderen Fall arbeitet ein FI Typ A oder Typ F mit einer DC-Fehlerstromerkennung zusammen, die entweder zur Wallbox gehört oder als separate DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD) nach IEC 62955 installiert wird.

Welcher FI-Schutzschalter für welchen Ladepunkt?

Fehlerstromschutz nach DIN VDE 0100-722, für jeden Ladepunkt einzeln

Ladepunkt mit FI-Schutzschalter nach DIN VDE 0100-722
Erkennt die Wallbox glatte DC-Fehlerströme ab 6 mA und schaltet dann ab?
JA
FI Typ A oder Typ FDie Wallbox trennt bei Gleichfehlerströmen ab 6 mA selbst.Beispiel: Trydan, Trydan Pro und Alva in Deutschland
NEIN
FI Typ BAlternativ ein FI Typ A oder Typ F mit separater DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD) nach IEC 62955.

Grundlage: DIN VDE 0100-722:2019-06 (722.411.3.3, 722.531.3.101), DIN EN IEC 61851-1, Abschnitt 8.5, IEC 62955, Auslegung des DKE-Unterkomitees 221.5 (03.12.2025)

Ein Blick ins Datenblatt der Wallbox klärt die FI-Frage, bevor die Elektrofachkraft den Verteiler plant.

Was DIN VDE 0100-722 für jeden Ladepunkt vorschreibt

DIN VDE 0100-722 setzt den Fehlerstromschutz eines Ladepunkts aus zwei Bausteinen zusammen: einem FI-Schutzschalter und einem Schutz bei glatten Gleichfehlerströmen.

Die Norm in der Fassung von Juni 2019 regelt den Stromkreis vom Verteiler bis zur Ladesteckdose oder Fahrzeugkupplung, also den Teil der Installation, den die Elektrofachkraft für eine Wallbox neu errichtet. Das zuständige DKE-Unterkomitee 221.5 hat die häufigsten Auslegungsfragen in einer FAQ-Liste zu DIN VDE 0100-722 beantwortet, veröffentlicht am 3. Dezember 2025. Auf die Frage, ob ein FI Typ B grundsätzlich erforderlich ist, lautet die Antwort dort „Nein“, sofern für jeden Anschlusspunkt die Anforderungen aus Abschnitt 722.531.3.101 und aus DIN EN IEC 61851-1, Abschnitt 8.5, erfüllt sind.

Aus Norm und Auslegung ergeben sich drei Anforderungen:

  • Zusätzlicher Schutz: Jeder Anschlusspunkt erhält einen eigenen FI-Schutzschalter mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA (Abschnitt 722.411.3.3).
  • Schutz bei Gleichfehlerströmen: FI Typ B oder FI Typ A bzw. Typ F in Verbindung mit einer DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD) nach IEC 62955 (Abschnitt 722.531.3.101 und DIN EN IEC 61851-1, Abschnitt 8.5).
  • Spannungsunabhängige Auslösung: Nach DIN VDE 0100-530, Abschnitt 531.3.4, müssen FI-Schutzschalter in Deutschland Fehlerströme unabhängig von der Netzspannung erfassen. Spannungsabhängige Geräte nach IEC 61008-2-2 und IEC 61009-2-2 scheiden damit aus.

Zwei Schwellen bei der Lösung mit FI Typ A

FI Typ A plus DC-Fehlerstromerkennung (6 mA nach IEC 62955 bzw. DIN EN IEC 61851-1, Abschnitt 8.5), gleiche Skala von 0 bis 30 mA

FI Typ A

0 30 mA

30 mA

Höchstzulässiger Bemessungsdifferenzstrom des FI-Schutzschalters

DC-Fehlerstromerkennung

0 30 mA

6 mA

Abschaltschwelle für glatte Gleichfehlerströme

Die 6-mA-Schwelle hält glatte Gleichfehlerströme vom FI Typ A fern, damit er bei 30 mA zuverlässig auslöst.

Bei der Lösung mit FI Typ A schaltet die DC-Fehlerstromerkennung glatte Gleichfehlerströme schon ab 6 mA ab, also weit unterhalb des Bemessungsdifferenzstroms des FI. Ein FI Typ B erfasst glatte Gleichfehlerströme selbst und kommt deshalb ohne zusätzliche DC-Fehlerstromerkennung aus.

Ist ein FI Typ B für Wallboxen in Deutschland Pflicht?

Ein FI Typ B ist für Wallboxen in Deutschland keine generelle Pflicht. Er ist einer der beiden zulässigen Wege und kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Wallbox keine eigene DC-Fehlerstromerkennung besitzt.

Eine Installation mit FI Typ B im Verteiler ist also normgerecht, eine Wallbox mit integrierter DC-Fehlerstromerkennung und FI Typ A ebenso. Welcher Weg im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vor allem von der Ausstattung der Wallbox ab: Bringt sie eine DC-Fehlerstromerkennung mit, entfällt der Typ B, der in der Anschaffung deutlich teurer ist als ein Typ A.

Laden an der Schuko-Steckdose: Wo DIN VDE 0100-722 endet

Wer das Auto mit dem Notladekabel an einer Haushaltssteckdose lädt (Mode 2), bewegt sich außerhalb von DIN VDE 0100-722. Die DKE stellt klar, dass dieses Laden zulässig ist, Haushaltssteckdosen aber nicht für regelmäßiges Dauerladen vorgesehen sind. Für ein E-Auto, das täglich zu Hause lädt, ist deshalb eine fest installierte Wallbox mit eigenem Fehlerstromschutz die vorgesehene Lösung. Der Vergleich Wallbox oder Schukostecker geht auf die Unterschiede im Detail ein.

FI Typ A, Typ F oder Typ B an der Wallbox: Welche Fehlerströme erkannt werden

Die FI-Typen unterscheiden sich darin, welche Formen von Fehlerstrom sie erfassen: Typ A deckt Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme ab, Typ B zusätzlich glatte Gleichfehlerströme.

FI-TypErfasstEinsatz am Ladepunkt
Typ ACsinus­förmige Wechsel­fehler­strömefür Lade­punkte nicht vor­gesehen
Typ Azusätzlich pulsierende Gleich­fehler­strömemit DC-Fehler­strom­erkennung (6 mA) in der Wallbox oder separater RDC-DD
Typ Fzusätzlich Fehler­ströme mit Misch­frequenzenwie Typ A
Typ Bzusätzlich glatte Gleich­fehler­strömeals allei­nige Lösung, ohne zusätzliche DC-Über­wachung

Für die Wallbox ist der Unterschied zwischen Typ A und Typ F zweitrangig, denn die Norm lässt beide in Verbindung mit einer DC-Fehlerstromerkennung zu. Entscheidend ist, wo die glatten Gleichfehlerströme erfasst werden: im Schutzschalter selbst, in der Wallbox oder in einer separaten DC-Fehlerstromüberwachung.

RCD Typ A EV: Was hinter der Bezeichnung steckt

RCD (Residual Current Device) ist der Oberbegriff für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, im deutschen Sprachgebrauch meist FI-Schutzschalter genannt. Die Bezeichnung „RCD Typ A EV“ stammt von Herstellern und steht für Geräte, die einen FI Typ A und eine DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) in einem Gehäuse vereinen. Erfüllt die DC-Erkennung eines solchen Geräts IEC 62955, entspricht das dem zweiten Weg aus der Norm. Bei einer Wallbox mit eigener DC-Fehlerstromerkennung ist diese Funktion bereits vorhanden, dort erfüllt ein gewöhnlicher FI Typ A die Anforderung.

Wallbox mit DC-Fehlerstromerkennung: So ist Trydan in Deutschland ausgestattet

Bei Trydan ist die DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) in Deutschland ab Werk integriert, Trydan Pro und Alva werden ab Werk mit DC-Fehlerstromerkennung ausgeliefert.

Bei einem glatten Gleichfehlerstrom ab 6 mA wird der Ladevorgang unterbrochen.

Zusammen mit einem FI Typ A oder Typ F setzt Trydan damit den zweiten zulässigen Weg aus DIN VDE 0100-722 um. Das Installationshandbuch von Trydan hält fest, dass in Kombination mit der DC-Fehlerstromerkennung ein FI-Schutzschalter Typ A genügt, und nennt den Typ B nur für den Fall, dass die Erkennung fehlt.

Geöffnetes Gehäuse einer Trydan-Wallbox mit Steuerplatine im Deckel und eingebauten Schutzschaltern im Gehäuseunterteil

Die übrigen Schutzvorrichtungen sind als optionales Paket erhältlich. Bei Trydan besteht es aus einem Leitungsschutzschalter, einem Fehlerstromschutz und einem Schutz gegen dauerhafte und vorübergehende Überspannungen; alle Bauteile sitzen direkt im Gehäuse. Alva erhält mit dem Paket je Ladepunkt einen Leitungsschutzschalter und einen FI Typ A. Im Gehäuse von Trydan Pro ist für diese Bauteile kein Platz, deshalb werden sie mitgeliefert und außerhalb der Wallbox installiert. Technische Einzelheiten stehen auf der Supportseite zu den elektrischen Schutzvorrichtungen.

ModellDC-Fehler­strom­erken­nung (6 mA)Optionale Schutz­vorrich­tungen
Trydanintegriert, im Liefer­umfangLeitungs­schutz, Fehler­strom­schutz 30 mA (AC), Über­span­nungs­schutz, im Gerät
Trydan Proim Liefer­umfangLeitungs­schutz, Fehler­strom­schutz 30 mA (AC), Über­span­nungs­schutz, mit­geliefert, Montage außerhalb
Alvaim Liefer­umfangLeitungs­schutz und FI Typ A je Lade­punkt, im Gerät

Der Überspannungsschutz im Paket von Trydan überwacht die Netzspannung dauerhaft. Steigt sie um mehr als 10 Prozent über die Nennspannung, löst er den Leitungsschutzschalter des Pakets aus und trennt die Wallbox vom Netz. Vorübergehende Überspannungen, etwa durch Blitzeinwirkungen in der Umgebung oder Schaltvorgänge im Netz, leitet er zur Erde ab. Ein Anzeigefenster zeigt den Zustand des Moduls an: Leuchtet es rot, ist das Schutzmodul nach einer transienten Überspannung defekt und muss ersetzt werden.

Wallbox mit integriertem FI Typ B? Die Lösung bei Trydan

Hinter der Suche nach einer Wallbox mit integriertem FI Typ B steht meist der Wunsch, im Verteiler auf den Typ B zu verzichten. Trydan erreicht das mit dem optionalen Schutzpaket über den zweiten Weg der Norm: FI Typ A und DC-Fehlerstromerkennung sitzen gemeinsam im Gerät und erfüllen zusammen die Anforderung aus Abschnitt 722.531.3.101.

Die DKE-Auslegung beantwortet auch die Folgefrage. Sind FI Typ A und DC-Fehlerstromerkennung in der Wallbox integriert, ist für den zusätzlichen Schutz des Ladepunkts kein weiterer FI in der Unterverteilung erforderlich. Für den Fehlerschutz der vorgelagerten Leitung nach DIN VDE 0100-410 kann ein FI im Verteiler trotzdem nötig sein, das beurteilt die Elektrofachkraft anhand der bestehenden Installation.

Typ A oder Typ B? Die Fragen aus den YouTube-Tests zu Trydan

Die FI-Fragen unter deutschen YouTube-Tests zu Trydan drehen sich um einen Punkt: ob die Wallbox eine DC-Fehlerstromerkennung besitzt.

Manuel vom Kanal Familie elektrisiert hat Trydan mehrere Wochen im Alltag getestet, mit SolarEdge-Wechselrichter, Heimspeicher und Home Assistant. Im Video zum Test nennt er die integrierte DC-Fehlerstromerkennung ein Kaufargument, das auf den ersten Blick nicht auffällt: Der Elektriker müsse im Sicherungskasten keinen teuren FI Typ B verbauen, ein günstiger Typ A reiche aus. Der vollständige Testbericht von Familie elektrisiert fasst das gesamte Setup zusammen.

Ein Zuschauer fragte unter diesem Video, ob Trydan ohne Typ B auskomme, weil die Wallbox im Test an einer CEE-Steckdose angeschlossen war. Für die Wahl des FI-Typs spielt die Anschlussart keine Rolle: Der CEE-Stecker diente laut Creator nur flexiblen Tests, vorgesehen ist bei Trydan der feste Anschluss an die Hausinstallation.

Unter dem Video von SonnenStrom hieß es im Oktober 2026 in einem Kommentar, die Box habe keine DC-Fehlererkennung, deshalb müsse ein teurer Typ-B-FI vorgeschaltet werden. Der Creator wies darauf hin, dass sich die Wallbox direkt mit dem optionalen Schutzpaket bestellen lässt. Unter dem Praxistest von Haus und Technik mit Kostal und EVCC wollte ein Zuschauer wissen, ob der DC-Fehlerstrom-Detektor fest verbaut sei, weil im Internet beide Aussagen zu finden seien. Die widersprüchlichen Angaben haben einen nachvollziehbaren Grund: In anderen Ländern gelten andere Vorschriften, und V2C stattet Trydan je nach Markt unterschiedlich aus. Datenblätter, Händlerangaben oder Forenbeiträge aus anderen Ländern passen deshalb nicht immer zur deutschen Version, in der die DC-Fehlerstromerkennung integriert ist.

Unter dem Unboxing von Simon Dümig, der das Gehäuse von Trydan vor der Kamera geöffnet hat, nannte ein Kommentar die Wallbox eine „leere Kiste“ und verglich sie mit einer Wallbox mit integriertem FI. Der freie Platz im Gehäuse ist für das optionale Schutzpaket vorgesehen, das Leitungsschutz, Fehlerstromschutz und Überspannungsschutz direkt in die Wallbox bringt. Simons erste Eindrücke stehen im Beitrag zum Unboxing von Simon Dümig.

Simon Dümig öffnet beim Unboxing das Gehäuse einer Trydan-Wallbox, im Deckel die Steuerplatine

Installation: Was die Elektrofachkraft beim Fehlerstromschutz festlegt

Auswahl und Einbau des FI-Schutzschalters gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, zumal Trydan fest an die Hausinstallation angeschlossen wird.

Das Installationshandbuch von Trydan ergänzt die Norm um einige Vorgaben. An den FI der Wallbox dürfen keine weiteren Stromkreise angeschlossen werden. Den Leitungsschutzschalter wählt die Elektrofachkraft anhand der Daten auf dem Typenschild aus, passend zur eingestellten Ladeleistung und zur Zuleitung, und berücksichtigt dabei auch die Erwärmung im Verteiler. Im Kurzschlussfall darf die Durchlassenergie I²t 80.000 A²s nicht überschreiten. Da Trydan keinen eigenen Netzschalter besitzt, übernehmen FI und Leitungsschutzschalter in der Zuleitung zugleich die Netztrennung.

Neben dem Fehlerstromschutz übernimmt die Elektrofachkraft in der Regel auch die Anmeldung beim Netzbetreiber. Nach VDE-AR-N 4100 ist jede Wallbox anzumelden, über 12 kVA ist zusätzlich die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Den Ablauf beschreibt der Leitfaden Wallbox anmelden Schritt für Schritt.

Den Ablauf der Montage zeigt der Beitrag Wallbox montieren. Einen Überblick über den gesamten Ablauf gibt der Ratgeber Wallbox zu Hause installieren.

Für das Gespräch mit der Elektrofachkraft lassen sich die wichtigsten Punkte vorab festhalten:

✅ Fehlerstromschutz für die Wallbox: Checkliste für das Gespräch mit der Elektrofachkraft

  • DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) laut Datenblatt vorhanden
  • FI-Typ passend zur Wallbox: Typ A oder Typ F bei DC-Fehlerstromerkennung in der Wallbox, sonst Typ B oder Typ A/F mit RDC-DD
  • Spannungsunabhängiger FI-Schutzschalter, an dem keine weiteren Stromkreise hängen
  • Optionales Schutzpaket mitbestellt oder Platz im Verteiler eingeplant
  • Leitungsschutzschalter nach Typenschild und Zuleitung bemessen
  • Anmeldung beim Netzbetreiber, über 12 kVA mit Zustimmung

Mit diesen Angaben lässt sich der Termin vor Ort gezielt planen.

Bestehende Installation: Wenn bereits ein FI im Verteiler sitzt

Ein vorhandener FI-Schutzschalter lässt sich für Trydan weiterverwenden, wenn er nur die Wallbox absichert und den Anforderungen der Norm entspricht.

Häufig sichert ein vorhandener FI Typ A mehrere Stromkreise gleichzeitig ab, etwa Garage, Außensteckdosen und Beleuchtung. Für die Wallbox installiert die Elektrofachkraft in diesem Fall zusätzlich einen separaten FI Typ A, es sei denn, Trydan wurde mit integriertem Schutzpaket bestellt.

Anders liegt der Fall, wenn für eine frühere Wallbox bereits ein FI Typ B installiert wurde. Ein Typ B erfasst alle Fehlerstromarten, die auch ein FI Typ A erfasst, und darüber hinaus glatte Gleichfehlerströme. Sichert er nur die Wallbox ab, kann er auch für Trydan weiter genutzt werden, die DC-Fehlerstromerkennung von Trydan wirkt dann zusätzlich.

Zwei Ladepunkte: Alva oder zwei Wallboxen in der Doppelgarage

Die Anforderungen aus DIN VDE 0100-722 gelten für jeden Anschlusspunkt einzeln, auch bei zwei Ladepunkten an einer gemeinsamen Zuleitung. Das betrifft eine Doppelgarage mit zwei Trydan ebenso wie Alva mit zwei Anschlüssen. Eine gemeinsame Zuleitung ist nach der DKE-Auslegung möglich, solange keine Rückspeisung vorgesehen ist und die Leitung nach DIN VDE 0100-430 dimensioniert wird. Die Abschaltbedingungen für den Fehlerschutz nach DIN VDE 0100-410 gelten dabei unverändert. Alva bringt mit dem optionalen Schutzpaket für jeden Ladepunkt einen Leitungsschutzschalter und einen FI Typ A mit. Welche Leistung pro Ladepunkt sinnvoll ist, klärt der Vergleich 11 kW oder 22 kW Wallbox.

Prüfung bei Inbetriebnahme und im laufenden Betrieb

Bevor die Wallbox in Betrieb geht, prüft die Elektrofachkraft die Schutzmaßnahmen der neuen Installation nach DIN VDE 0100-600, einschließlich des FI-Schutzschalters, und dokumentiert das Ergebnis in einem Prüfprotokoll. Im laufenden Betrieb lässt sich die Auslösung des FI über seine Prüftaste kontrollieren, die empfohlenen Intervalle nennt der Hersteller des Schutzschalters. Bei einer Wallbox mit integriertem Schutzpaket gilt das für den FI im Gerät ebenso wie für einen FI im Verteiler. Löst der FI beim Drücken der Prüftaste nicht aus, ist umgehend die Elektrofachkraft gefragt.

Wenn der FI-Schutzschalter beim Laden auslöst

Löst der FI-Schutzschalter beim Laden aus, kommen mehrere Ursachen in Betracht: ein Isolationsfehler im Fahrzeug, Feuchtigkeit oder Schäden an Stecker und Kabel oder ein FI, an dem weitere Verbraucher hängen.

Zur Eingrenzung hilft eine feste Reihenfolge:

  1. Blick auf die Wallbox: Unterbricht die DC-Fehlerstromerkennung den Ladevorgang, bleibt die Wallbox mit Spannung versorgt. Ein ausgelöster FI trennt sie dagegen vom Netz.
  2. Kontrolle der Belegung: Hängen am selben FI weitere Stromkreise, können sich kleine Ableitströme mehrerer Geräte addieren und den Schalter auslösen, auch wenn jedes Gerät für sich in Ordnung ist.
  3. Sichtprüfung von Stecker, Ladekabel und Ladedose auf Feuchtigkeit oder Beschädigungen.
  4. Wiedereinschalten der Schutzvorrichtungen nach der Anleitung auf der Supportseite, sobald die Ursache beseitigt ist.
  5. Bei wiederholtem Auslösen: Prüfung der Installation durch die Elektrofachkraft und des Fahrzeugs durch die Werkstatt.

Tritt der Fehler nur mit einem bestimmten Fahrzeug auf, spricht vieles für eine Ursache im Auto. Löst der FI dagegen auch ohne angeschlossenes Fahrzeug aus, liegt der Fehler eher in der Installation.

Kurz gesagt

Ob eine Wallbox einen FI Typ A oder Typ B braucht, entscheidet die DC-Fehlerstromerkennung. Bei Trydan, Trydan Pro und Alva gehört sie in Deutschland ab Werk dazu (Schwelle 6 mA), deshalb genügt ein FI Typ A. Bei Trydan und Alva sitzt er auf Wunsch direkt im Gerät, bei Trydan Pro wird er mitgeliefert und außerhalb montiert. Alle Details zum Produkt stehen auf der Produktseite von Trydan, die übrigen Kaufkriterien fasst der Ratgeber Wallbox kaufen zusammen.

FAQs

Brauche ich für meine Wallbox einen FI Typ B oder reicht Typ A?

Ein FI Typ A reicht, wenn die Wallbox glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA selbst erkennt und abschaltet. Fehlt diese DC-Fehlerstromerkennung, schreibt DIN VDE 0100-722 entweder einen FI Typ B oder einen FI Typ A bzw. Typ F zusammen mit einer separaten DC-Fehlerstromüberwachung (RDC-DD) nach IEC 62955 vor.

Welche Wallbox hat eine DC-Fehlerstromerkennung von 6 mA eingebaut?

Ob eine Wallbox eine DC-Fehlerstromerkennung besitzt, steht im Datenblatt des Herstellers. Bei Trydan ist sie in Deutschland integriert, Trydan Pro und Alva werden in Deutschland ab Werk mit DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) ausgeliefert.

Ist ein FI Typ B für Wallboxen in Deutschland Pflicht?

Nein. Nach der Auslegung des DKE-Unterkomitees 221.5 ist der FI Typ B einer von zwei gleichermaßen zulässigen Wegen. Ein FI Typ A oder Typ F erfüllt die Anforderung ebenso, wenn die Wallbox oder eine separate DC-Fehlerstromüberwachung glatte Gleichfehlerströme ab 6 mA erkennt und abschaltet.

Ist bei Trydan der DC-Fehlerstrom-Detektor fest verbaut?

Ja. In Deutschland ist die DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) bei Trydan ab Werk integriert, unabhängig davon, ob das optionale Schutzpaket bestellt wird.

Muss zusätzlich ein FI im Verteiler sitzen, wenn die Wallbox bereits einen FI enthält?

Für den zusätzlichen Schutz des Ladepunkts genügt nach der DKE-Auslegung ein in der Wallbox integrierter FI Typ A mit DC-Fehlerstromerkennung. Ob für den Fehlerschutz der Zuleitung nach DIN VDE 0100-410 ein weiterer FI im Verteiler nötig ist, entscheidet die Elektrofachkraft vor Ort.

Was ist ein RCD Typ A EV?

RCD ist der Oberbegriff für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, im Alltag FI-Schutzschalter genannt. Als „RCD Typ A EV“ bezeichnen Hersteller Geräte, die einen FI Typ A und eine DC-Fehlerstromerkennung (6 mA) in einem Gehäuse vereinen. Bei einer Wallbox mit eigener DC-Fehlerstromerkennung erfüllt bereits ein gewöhnlicher FI Typ A die Anforderung.

Was passiert, wenn die DC-Fehlerstromerkennung anspricht?

Bei einem glatten Gleichfehlerstrom ab 6 mA wird der Ladevorgang unterbrochen. Tritt das wiederholt und nur mit einem bestimmten Fahrzeug auf, sollte das Fahrzeug in einer Werkstatt geprüft werden.

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