Damit Trydan das Elektroauto mit Solarstrom lädt, braucht es in der V2C App drei Einstellungen: die aktivierte Leistungssteuerung, die Stromgrenzen und ein Ladeprofil, das jedem Abschnitt des Tages einen Lademodus zuweist. Erst das Ladeprofil entscheidet, ob Trydan auf Sonne wartet, mit etwas Netzstrom nachhilft oder mit voller Leistung lädt.
Dieser Ratgeber geht die drei Menüs in der Reihenfolge durch, in der sie eingerichtet werden, erklärt die fünf Modi und zeigt, woran im Energiefluss zu erkennen ist, ob die Messung stimmt. Ohne korrekte Messung regelt keiner der Modi so, wie er soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lademodi werden unter „Ladeprofile“ gewählt, jeweils für einen Abschnitt im 24-h-Zeitplan, getrennt nach Werktagen und Wochenende.
- „Exklusiv“ lädt nur mit PV-Überschuss, „Minimum“ ergänzt den Überschuss um bis zu 1,5 kW aus dem Netz, „Netz + PV“ lädt mit der höchsten Leistung, die Stromgrenzen und eingetragene Hausleistung zulassen.
- „Exklusiv“ startet ab rund 1,4 kW Überschuss, dreiphasig ohne gemischte Dreiphasenladung erst ab gut 4 kW.
- Jede Seite übernimmt Änderungen erst mit „Speichern“: Leistungssteuerung, Stromgrenzen, Zeitplan und zum Schluss die Liste der Ladeprofile.
Inhaltsübersicht
- 1 Schritt 1: Leistungssteuerung und Messung einrichten
- 2 Schritt 2: Stromgrenzen festlegen
- 3 Schritt 3: Ladeprofil mit 24-h-Zeitplan anlegen
- 4 Die fünf Lademodi im Überblick
- 5 Welche Leistung in das Feld „Vertraglich vereinbarte Leistung“ gehört
- 6 Energiefluss lesen: So zeigt sich, ob die Messung stimmt
- 7 Wenn ein Modus nicht tut, was er soll
- 8 Kurz gesagt
- 9 FAQs
Schritt 1: Leistungssteuerung und Messung einrichten
Die Lademodi arbeiten nur, wenn die Leistungssteuerung aktiv ist und Trydan den Strom am Netzanschluss kennt.
In der App wird unter „e-Chargers“ Trydan ausgewählt und die Konfiguration geöffnet, dort führt der Eintrag „Leistungssteuerung“ zur abgebildeten Seite. Der Schalter „Leistungssteuerung aktivieren / deaktivieren“ wird eingeschaltet und unter „Art der Leistungssteuerung auswählen“ die Option „Dynamisch“ gewählt. Bei nur einer Wallbox bleiben „1“ und „Master“ stehen. Unter „Gerätetyp wählen“ steht die Quelle der Messdaten: Bei einem kompatiblen Wechselrichter ist das „Photovoltaik-Wechselrichter“, gefolgt von Hersteller und IP-Adresse, bei älteren Anlagen ohne direkte Kommunikation das Messgerät mit Stromzange aus dem Lieferumfang von Trydan, ergänzt um eine zweite Stromzange für die PV-Messung. Unter „Installationstyp auswählen“ wird „Einphasig“ oder „Dreiphasig“ markiert und „Installation mit Photovoltaik“ angehakt, danach folgt „Speichern“.

Welche Wechselrichter Trydan direkt ausliest, steht im Ratgeber Wallbox mit PV-Anlage verbinden. Wie die Messung mit Stromzange funktioniert, erklärt der Beitrag Wallbox mit Stromzange.
Schritt 2: Stromgrenzen festlegen
Unter „Stromgrenzen“ werden die minimale und die maximale Ladestromstärke in Ampere festgelegt, und jeder Lademodus bewegt sich später innerhalb dieses Bereichs.
Der Mindestwert liegt bei 6 A, darunter lädt kein Elektroauto. Der Höchstwert richtet sich nach der Installation: Ist die Zuleitung der Wallbox für 16 A ausgelegt, sind hier 16 A einzustellen, auch wenn Trydan bis 32 A laden könnte. Auch diese Seite wird mit „Speichern“ abgeschlossen.

Aus dem Mindestwert ergibt sich eine Schwelle, die beim PV-Überschussladen oft übersehen wird. Mit 6 A auf einer Phase braucht die Ladung rund 1,4 kW, dreiphasig mit 6 A je Phase gut 4 kW, wie auch der ADAC zum Überschussladen vorrechnet. Erst wenn nach Abzug des Hausverbrauchs so viel Solarstrom übrig bleibt, kann „Exklusiv“ starten. Im Winter erreicht eine kleinere Anlage diesen Wert oft nicht, dann pausiert „Exklusiv“, obwohl die Module Strom liefern.
An einem dreiphasigen Anschluss senkt die gemischte Dreiphasenladung diese Schwelle: Trydan startet dann einphasig mit 6 A ab rund 1,4 kW und wechselt bei mehr Überschuss automatisch auf drei Phasen. Voraussetzung sind die aktive dynamische Leistungssteuerung, ein Messgerät und eine Hausanschlusssicherung von mindestens 32 A. Aktiviert wird die Funktion über das Installer Panel der Elektrofachkraft oder an den Tasten von Trydan.
Schritt 3: Ladeprofil mit 24-h-Zeitplan anlegen
Ein Ladeprofil ist ein Tagesplan, der jeder Stunde eines Werktags und eines Wochenendtags einen Lademodus zuordnet. Die App spricht dabei von Abschnitten, und ein Tag kann aus bis zu acht davon bestehen.
- „Ladeprofile“ öffnen und „Neue Konfiguration hinzufügen“ antippen.
- Auf der Seite „Leistung festlegen“ den Reiter „Werktags“ wählen und „24-h-Zeitplan erstellen“ antippen. Die App legt einen Abschnitt von 00:00 bis 24:00 Uhr an.
- Den Abschnitt antippen und unter „Modus“ den Lademodus wählen. Bei „Minimum“ und „Netz + PV“ zusätzlich die „Vertraglich vereinbarte Leistung (kW)“ und die Stromgrenze pro Phase eintragen.
- Für einen zweiten Zeitraum den Abschnitt mit „Teilen“ aufteilen und die Grenze auf der Zeitleiste an die gewünschte Uhrzeit ziehen.
- Im Reiter „Wochenende“ genauso vorgehen und den Zeitplan mit „Speichern“ sichern.
- In der Liste das neue Profil anhaken und noch einmal „Speichern“ drücken, damit Trydan es übernimmt.

In der Abbildung sind „Minimum“ und 3,7 kW eingetragen. Beide Werte werden für jeden Abschnitt passend eingestellt. Am häufigsten vergessen wird der letzte Schritt: Ein Profil, das in der Liste nicht ausgewählt und gespeichert ist, bleibt wirkungslos.
In der Liste unter „Ladeprofile“ lassen sich mehrere Konfigurationen speichern. So lässt sich zwischen zwei Ladestrategien wechseln: ein Profil, das nur mit Sonne lädt, und ein zweites für Tage, an denen das Auto am Abend voll sein muss. Der Wechsel erfolgt mit einem Häkchen und „Speichern“.

Die fünf Lademodi im Überblick
Trydan kennt fünf Lademodi, die sich vor allem darin unterscheiden, wie viel Netzstrom zum Solarstrom hinzukommt. Dieser Ratgeber verwendet die Namen der Schaltflächen im Zeitplan. In der Legende darunter tragen die Modi längere Namen, gemeint ist jeweils derselbe Modus.
| Modus | Was Trydan macht | Passt, wenn |
|---|---|---|
| „Exklusiv“ | Lädt nur mit PV-Überschuss und hält den Netzbezug möglichst bei null. Reicht der Überschuss nicht für die Mindeststromstärke, pausiert die Ladung. | das Auto tagsüber lange steht und kein fester Abfahrtstermin drängt |
| „Minimum“ | Nutzt den gesamten Überschuss und ergänzt ihn um bis zu 1,5 kW aus dem Netz, nachts kommt die Ladung ganz aus dem Netz. Erreicht der Hausverbrauch die eingetragene Leistung, entfällt der Netzanteil. | schwache Sonne überbrückt werden soll |
| „Netz + PV“ | Lädt mit der höchsten Leistung, die Stromgrenzen und eingetragene Hausleistung zulassen, und nutzt vorhandenen Solarstrom mit. Übersteigt der Gesamtverbrauch diese Leistung, drosselt Trydan und pausiert, bis im Haus weniger verbraucht wird. | der Akku schnell voll sein muss, etwa nachts oder vor einer langen Fahrt |
| „Kein Ladevorgang“ | Lädt in diesem Abschnitt gar nicht. | bestimmte Stunden bewusst frei bleiben sollen |
| „Inselbetrieb“ | Für Inselanlagen und Anlagen ohne Einspeisung, jeweils mit Batteriespeicher. Trydan liest dafür die Batterie direkt am Wechselrichter aus. | das Haus keinen Strom ins Netz einspeist |
Drei Ladeprofile für den Werktag als Ausgangspunkt
Sonne pur
Das Auto steht tagsüber zu Hause und muss nicht zu einer festen Zeit voll sein.
Sonne mit Reserve
Bis zu 1,5 kW aus dem Netz überbrücken schwache Sonne, nachts lädt Trydan in diesem Modus mit Netzstrom weiter.
Morgens sicher voll
Nachts lädt Trydan mit voller Leistung, tagsüber nur mit Überschuss, falls das Auto zu Hause steht.
Beim dritten Profil ist der Akku morgens voll, und an Tagen, an denen das Auto zu Hause bleibt, lädt es zusätzlich mit Überschuss. Am Wochenende passt für viele Haushalte ein durchgehendes „Exklusiv“, weil das Auto dann öfter in der Einfahrt steht.
Welche Leistung in das Feld „Vertraglich vereinbarte Leistung“ gehört
In das Feld „Vertraglich vereinbarte Leistung“ gehört in Deutschland die Leistung, die das ganze Haus gleichzeitig aus dem Netz beziehen darf. V2C beschreibt den Wert als Verbrauchsgrenze, nach der Trydan die Ladeleistung ausrichtet. Hierzulande setzt die Hausanschlusssicherung die Obergrenze: 3 × 35 A entsprechen rund 24 kW, 3 × 50 A rund 35 kW.
Übersteigen Haushalt und Auto zusammen die eingetragene Leistung, drosselt Trydan die Ladung oder pausiert sie, bis im Haus wieder weniger gebraucht wird. Den genauen Wert für die eigene Installation legt die Elektrofachkraft fest, weil sie auch die Leitungen zwischen Hausanschluss und Wallbox kennt. Darunter wird die „Stromgrenze (A)“ pro Phase eingetragen, mindestens 6 A. Wie viel Reserve ein typischer Hausanschluss für 11 oder 22 kW lässt, rechnet der Ratgeber Wallbox und Hausanschluss durch.

Energiefluss lesen: So zeigt sich, ob die Messung stimmt
Ob Trydan den Überschuss richtig erkennt, zeigt der Energiefluss in der App. Er öffnet sich auf der Startseite von Trydan über das Symbol bei den Angaben zur Leistungssteuerung und stellt Netz, Solarmodule, Fahrzeug und Haus mit ihrer aktuellen Leistung dar.
Am aufschlussreichsten ist der Wert am Netzanschluss. Ein negativer Wert bedeutet Einspeisung, ein positiver Bezug aus dem Netz. Lädt das Auto mit 11 kW, während die Module 2 kW liefern, muss dort ein Bezug von gut 9 kW stehen, also 9 kW plus der Verbrauch im Haus. Zeigt die App in dieser Situation eine Einspeisung, hält Trydan den Netzbezug für Überschuss und senkt die Ladeleistung nicht.
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Am einfachsten lässt sich die Messung abends prüfen. Wenn die Anlage nichts mehr erzeugt und das Auto nicht lädt, muss der Wert am Netzanschluss positiv sein und ungefähr dem Verbrauch im Haus entsprechen. Ist er negativ oder deutlich daneben, sitzen die Stromzangen meist falsch herum oder an den falschen Phasen. Die Elektrofachkraft gleicht die Montage dann mit dem Schaltplan für das Messgerät ab: Bei einer dreiphasigen Anlage mit PV umschließen die Zangen an den Anschlüssen 1, 2 und 3 die Hauptzuleitung, die an 4, 5 und 6 die Leitung vom Wechselrichter, jeweils in der Phasenreihenfolge des Hauses und mit dem Pfeil in Stromrichtung zum Hauptverteiler.
Wenn ein Modus nicht tut, was er soll
Die meisten Fehler beim PV-Überschussladen gehen auf vier Ursachen zurück.
- Profil nicht aktiv: Das neue Profil wurde angelegt, in der Liste aber nicht angehakt und gespeichert.
- Überschuss unter der Schwelle: Einphasig stehen weniger als rund 1,4 kW Überschuss zur Verfügung, dreiphasig ohne gemischte Dreiphasenladung weniger als gut 4 kW. In diesem Fall pausiert „Exklusiv“ zu Recht.
- Falsche Messung: Der Energiefluss zeigt am Netzanschluss Einspeisung, obwohl das Haus Strom bezieht.
- Zu niedrige Leistung im Abschnitt: Ist ein zu kleiner Wert als „Vertraglich vereinbarte Leistung“ eingetragen, pausiert „Netz + PV“ schon bei normalem Hausverbrauch.
Die ausführliche Anleitung mit allen Modi steht zusätzlich im Support-Bereich unter Lademodi und PV-Überschussladen.
✅ Checkliste vor der ersten Ladung mit Solarstrom
- Leistungssteuerung aktiviert, „Dynamisch“, Gerätetyp und Installationstyp passend gewählt und gespeichert
- Stromgrenzen gesetzt: mindestens 6 A, höchstens so viel, wie die Zuleitung erlaubt
- Ladeprofil mit Abschnitten für Werktage und Wochenende angelegt und gespeichert
- In jedem Abschnitt mit Netzstrom die Leistung für das Haus und die Stromgrenze pro Phase eingetragen
- Profil in der Liste angehakt und mit „Speichern“ übernommen
- Abendtest bestanden: positiver Wert am Netzanschluss, ungefähr gleich dem Hausverbrauch
Kurz gesagt
Für PV-Überschussladen mit Trydan zählen drei Menüs und ein Test: Leistungssteuerung, Stromgrenzen und ein Ladeprofil mit passendem Modus, dazu der Blick auf den Energiefluss am Abend. „Exklusiv“ lädt nur mit Sonne, „Minimum“ stockt mit bis zu 1,5 kW Netzstrom auf und „Netz + PV“ sorgt für einen schnell vollen Akku.
Technische Daten, kompatible Wechselrichter und alle Varianten stehen auf der Produktseite von Trydan.
FAQs
Das ist der Modus „Exklusiv“. Trydan regelt die Ladeleistung dann so, dass möglichst kein Strom aus dem Netz bezogen wird, und pausiert, sobald der Überschuss nicht mehr für die kleinste Ladestromstärke reicht.
Meist ist der Überschuss zu klein. Mit 6 A braucht eine einphasige Ladung rund 1,4 kW, eine dreiphasige gut 4 kW, und dieser Wert muss nach Abzug des Hausverbrauchs übrig bleiben. Mit aktivierter gemischter Dreiphasenladung startet Trydan auch an einem dreiphasigen Anschluss schon ab rund 1,4 kW, zunächst einphasig. Liegt der Überschuss darüber und Trydan lädt trotzdem nicht, lohnt ein Blick auf den Energiefluss in der App, denn dann stimmt oft die Messung nicht.
In Deutschland die Leistung, die das ganze Haus gleichzeitig aus dem Netz beziehen darf. Den Rahmen setzt die Hausanschlusssicherung, den genauen Wert für die eigene Installation legt die Elektrofachkraft fest.
Im Energiefluss, der sich auf der Startseite von Trydan in der App über das Symbol bei den Angaben zur Leistungssteuerung öffnet. Ein negativer Wert am Netzanschluss bedeutet Einspeisung, ein positiver Bezug aus dem Netz.