Ein E-Auto mit dem Batteriespeicher zu laden ist technisch problemlos möglich, aber wirtschaftlich nur der zweitbeste Weg: Am günstigsten fließt Solarstrom direkt von der PV-Anlage ins Auto. Der Umweg über die Batterie lohnt sich vor allem abends, wenn das Auto erst nach Sonnenuntergang an der Wallbox hängt und kein günstiger Nachttarif zur Verfügung steht.
Wie viel ein 10-kWh-Speicher dabei tatsächlich bringt, zeigt eine einfache Rechnung.
Das Wichtigste in Kürze
- Direkt ins Auto geladen kostet eine Kilowattstunde Solarstrom nur die entgangene Einspeisevergütung von 7,70 Cent, über den Speicher rechnerisch rund 20 bis 26 Cent, aus dem Netz im Schnitt 37,0 Cent.
- Ein voller 10-kWh-Speicher reicht nach Umwandlungsverlusten für rund 40 bis 50 Kilometer.
- Mit günstigem Nachttarif oder dynamischem Stromtarif ist der Speicher für den Haushalt oft besser genutzt als für das Auto.
- Trydan legt im Ladeprofil fest, ob das Auto Energie aus dem Heimspeicher beziehen darf, aktuell mit Wechselrichtern von Huawei, Solis, Deye, Sungrow und Sigenergy.
Inhaltsübersicht
- 1 Drei Stromquellen für das E-Auto und ihr Preis pro Kilowattstunde
- 2 Was eine Kilowattstunde aus dem Speicher kostet
- 3 Wie weit ein Heimspeicher das Auto bringt
- 4 Wann das Laden aus dem Speicher sinnvoll ist
- 5 So steuert Trydan den Zugriff auf den Heimspeicher
- 6 Sommer und Winter: Wie sich die Rechnung über das Jahr verschiebt
- 7 Welche Speichergröße zu einem E-Auto passt
- 8 Kurz gesagt
- 9 FAQs
Drei Stromquellen für das E-Auto und ihr Preis pro Kilowattstunde
Strom gelangt auf drei Wegen ins Auto: direkt von der PV-Anlage, über den Batteriespeicher oder aus dem Netz, und jeder Weg hat seinen eigenen Preis. Lädt das Auto direkt von der PV-Anlage, entgeht dem Haushalt lediglich die Einspeisevergütung, die neue Anlagen bis 10 kWp bei Teileinspeisung seit dem 1. August 2026 erhalten: 7,70 Cent pro Kilowattstunde nach den Sätzen der Bundesnetzagentur. Über den Batteriespeicher kommen zwei Posten hinzu, die Umwandlungsverluste und der Verschleiß des Speichers. Aus dem Netz kostete eine Kilowattstunde laut BDEW-Strompreisanalyse im August 2026 durchschnittlich 37,0 Cent.
Kosten pro Kilowattstunde im Auto (Beispielrechnung)
Direkt: entgangene Einspeisevergütung (7,70 ct, Anlagen bis 10 kWp ab 1. August 2026). Speicher: Einspeisevergütung plus Verluste plus Verschleiß, Annahmen siehe Tabelle unten. Netz: BDEW-Strompreisanalyse August 2026.
Der Weg über den Speicher kostet damit etwa das Dreifache des direkten Solarstroms und gut die Hälfte bis zwei Drittel des Netzstroms.
Was eine Kilowattstunde aus dem Speicher kostet
Eine Kilowattstunde aus dem Heimspeicher kostet rechnerisch rund 20 bis 26 Cent, sobald Verluste, Verschleiß und entgangene Einspeisevergütung eingerechnet sind. Beim Ein- und Ausspeichern geht zunächst Energie verloren: Die Stromspeicher-Inspektion 2026 von HTW Berlin und aquu weist Batteriewirkungsgrade zwischen 87,9 und 97,1 Prozent aus, hinzu kommen die Verluste im Wechselrichter, und die Verbraucherzentrale rechnet in einem Beispiel mit rund 20 Prozent Verlust bei der Speicherung. Schwerer wiegt allerdings der Verschleiß: Ein 10-kWh-Speicher kostet laut Verbraucherzentrale NRW rund 4.100 Euro und hält 10 bis 15 Jahre, jede Kilowattstunde, die durch ihn fließt, trägt also einen Teil dieser Anschaffung.
| Posten | Wert |
|---|---|
| Anschaffung 10-kWh-Speicher | rund 4.100 Euro |
| Lebensdauer | 10 bis 15 Jahre |
| Vollzyklen pro Jahr | rund 250 (Annahme) |
| Gespeicherte Energie über die Lebensdauer | 25.000 bis 37.500 kWh |
| Verschleiß pro gespeicherter kWh | rund 11 bis 16 Cent |
Mit entgangener Einspeisevergütung und Verlusten ergeben sich daraus die rund 20 bis 26 Cent aus der Grafik oben. Das ist deutlich günstiger als Netzstrom, aber teurer als jede Kilowattstunde, die direkt von der PV-Anlage kommt. Die 250 Zyklen sind ein Richtwert: Ein Speicher, der im Winter selten voll wird, kommt auf weniger Zyklen und damit auf höhere Kosten pro Kilowattstunde.
Wie weit ein Heimspeicher das Auto bringt
Ein voller 10-kWh-Speicher bringt ein E-Auto rund 40 bis 50 Kilometer weit. Nach Verlusten kommen rund 8 bis 9 kWh im Auto an, die bei einem Verbrauch von 18 bis 20 kWh pro 100 Kilometer für diese Strecke reichen. Die Messungen im ADAC Ecotest liegen zwischen 13,4 und 29,7 kWh pro 100 Kilometer, Ladeverluste eingeschlossen. Für den täglichen Arbeitsweg genügt ein voller Speicher damit oft, eine Fahrzeugbatterie mit 60 kWh füllt er dagegen nur zu einem kleinen Teil.
Hinzu kommt die begrenzte Entladeleistung. Je nach Modell gibt ein Heimspeicher weniger Leistung ab, als eine Wallbox mit 11 kW aufnehmen kann, und der Rest fließt dann aus dem Netz. Nach einer vollen Ladung des Autos ist der Speicher außerdem leer und steht dem Haushalt am Abend nicht mehr zur Verfügung.
Wann das Laden aus dem Speicher sinnvoll ist
Das Laden aus dem Speicher ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Auto abends Strom braucht und keine günstigere Quelle bereitsteht. Jede Kilowattstunde aus dem Speicher ersetzt am Abend Netzstrom, unabhängig davon, ob sie ins Auto oder in den Haushalt fließt. Der Unterschied liegt in der Flexibilität: Das Auto kann oft bis zum nächsten sonnigen Tag warten, Herd und Beleuchtung brauchen den Strom sofort.
- Sinnvoll: Das Auto ist tagsüber unterwegs, der Speicher ist abends voll, und ein günstiger Nachttarif fehlt.
- Sinnvoll: Am nächsten Morgen steht nur eine kurze Strecke an, für die wenige Kilowattstunden genügen.
- Weniger sinnvoll: Ein dynamischer Stromtarif oder ein Nachttarif bietet nachts Preise unter den Speicherkosten von rund 20 bis 26 Cent.
- Weniger sinnvoll: Der Haushalt braucht den Speicher am Abend selbst, etwa für eine Wärmepumpe.
So steuert Trydan den Zugriff auf den Heimspeicher
Trydan legt in den Ladeprofilen der V2C App fest, ob das Auto Energie aus dem Heimspeicher beziehen darf. Ab Firmware 2.5.0 regelt das die Option „Mit Batterien“ beziehungsweise „Ohne Batterien“. Sie gilt in den Modi „Netz + Photovoltaik“ und „Photovoltaik + Minimale Leistung“ und setzt aktuell einen Wechselrichter von Huawei (auch mit EMMA), Solis, Deye, Sungrow oder Sigenergy voraus. Ab Firmware 2.5.1 regelt die Ladepriorität im Modus „Exklusive Photovoltaik“, ob der Solarüberschuss zuerst ins Auto oder in den Speicher fließt.

Getrennte Ladeprofile erleichtern den Wechsel: ein Profil „Ohne Batterien“ für die Nacht mit Niedertarif, ein Profil „Mit Batterien“ für den Abend nach einem sonnigen Tag. Screenshots aus der App und alle Voraussetzungen zeigt der Beitrag Trydan und Heimspeicher. Wie Speicher, PV-Anlage und Wallbox insgesamt verbunden werden, erklärt der Ratgeber zur Wallbox mit Speicher.
✅ Vor dem Laden aus dem Speicher prüfen
- Läuft Trydan mit Firmware 2.5.0 oder neuer, ist die V2C App ab Version 3.2.3 installiert und Photovoltaik im dynamischen Leistungsmanagement aktiviert?
- Unterstützt der Wechselrichter die Speichernutzung? Das klärt der Kompatibilitäts-Check weiter unten für die eigene Anlage, Details zu einzelnen Marken liefern die Ratgeber zu Huawei, Solis und Sungrow.
- Liegt der Nachttarif oder der dynamische Tarif unter rund 20 bis 26 Cent pro kWh?
- Reichen 40 bis 50 Kilometer aus einem vollen 10-kWh-Speicher für die tägliche Strecke?
Unterstützt dein Wechselrichter das Laden aus dem Speicher?
Ob Trydan Energie aus deinem Heimspeicher beziehen kann, hängt vom Wechselrichter ab, an dem der Speicher hängt. Mit deinem Wechselrichter-Modell, deinem E-Auto und deiner Postleitzahl prüft unser Team in Deutschland, wie Trydan an deine Anlage angebunden wird, und meldet sich mit einer Einschätzung bei dir.
Sommer und Winter: Wie sich die Rechnung über das Jahr verschiebt
Im Sommer lohnt sich das Laden aus dem Speicher deutlich mehr als im Winter. Eine PV-Anlage erzeugt in den Sommermonaten meist mehr Strom, als Haushalt und Speicher aufnehmen. Der Speicher ist häufig schon am frühen Nachmittag voll, und jede weitere Kilowattstunde fließt ins Netz, sofern kein Auto an der Wallbox hängt.
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An Sommerabenden ist das Laden aus dem Speicher besonders attraktiv, sofern der Haushalt den Speicher über Nacht nicht selbst leert: Der Speicher füllt sich am nächsten Tag ohnehin wieder, und der Strom wäre sonst für 7,70 Cent eingespeist worden.
Im Winter kehrt sich das Bild um. Die PV-Erzeugung reicht an vielen Tagen kaum für den Haushalt, der Speicher wird selten voll, und jede Kilowattstunde darin ersetzt am Abend Netzstrom im Haus. Wer das Auto in dieser Zeit aus dem Speicher lädt, verschiebt den Netzbezug lediglich vom Auto in den Haushalt. Sinnvoller ist dann ein Profil „Ohne Batterien“, kombiniert mit einem Nachttarif oder einem dynamischen Tarif, der die günstigsten Stunden nutzt.
Welche Speichergröße zu einem E-Auto passt
Die Verbraucherzentrale empfiehlt als Faustregel rund 1,5 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 4.000 kWh lädt für 15.000 Kilometer im Jahr bei 18 kWh pro 100 Kilometer rund 2.700 kWh zusätzlich. Auf diese 6.700 kWh angewandt, ergibt die Regel einen Speicher von etwa 10 kWh. Bei kleinen Anlagen sollte die Speicherkapazität in Kilowattstunden zudem nicht viel größer sein als die PV-Leistung in Kilowatt.
Ein größerer Speicher eigens für das Auto lohnt sich deshalb selten. Mehr PV-Leistung und eine passende Ladepriorität bringen in vielen Fällen mehr, weil das Auto dann tagsüber direkt aus der Sonne lädt und der Speicher für den Abend des Haushalts frei bleibt. Wie sich die Wallbox an die PV-Anlage anbinden lässt, beschreibt der Leitfaden zur Verbindung von Wallbox und PV-Anlage.
Kurz gesagt
Ein E-Auto mit dem Batteriespeicher zu laden spart gegenüber Netzstrom Geld, bleibt aber teurer als direkter Solarstrom und reicht mit einem 10-kWh-Speicher für rund 40 bis 50 Kilometer. Am meisten bringt es abends ohne günstigen Nachttarif. Über das Ladeprofil von Trydan lässt sich festlegen, ob das Auto den Heimspeicher nutzt oder der Speicher für den Haushalt reserviert bleibt.
FAQs
Ja. Die Wallbox bezieht dann Energie aus dem Heimspeicher, sobald der Solarstrom nicht ausreicht. Bei Trydan wird das ab Firmware 2.5.0 im Ladeprofil mit der Option „Mit Batterien“ freigegeben, aktuell mit Wechselrichtern von Huawei (auch mit EMMA), Solis, Deye, Sungrow und Sigenergy.
Gegenüber Netzstrom lohnt es sich meist: Eine Kilowattstunde aus dem Speicher kostet in der Beispielrechnung rund 20 bis 26 Cent, Netzstrom im Schnitt 37,0 Cent. Am günstigsten bleibt der direkte Solarstrom für rund 7,7 Cent. Mit günstigem Nachttarif oder dynamischem Stromtarif ist der Speicher für den Haushalt oft besser genutzt.
Nach Umwandlungsverlusten kommen rund 8 bis 9 kWh im Auto an. Bei einem Verbrauch von 18 bis 20 kWh pro 100 Kilometer reicht das für etwa 40 bis 50 Kilometer.
Eine Kilowattstunde aus dem Speicher kostet rechnerisch rund 20 bis 26 Cent. Davon entfallen rund 11 bis 16 Cent auf den Verschleiß eines 10-kWh-Speichers für 4.100 Euro bei 10 bis 15 Jahren Lebensdauer und rund 250 Vollzyklen pro Jahr, der Rest auf die entgangene Einspeisevergütung und die Umwandlungsverluste.
Trydan verhindert das mit der Option „Ohne Batterien“ im Ladeprofil. Das Auto lädt dann nur mit Netzstrom und Solarstrom, und der Heimspeicher bleibt für den Haushalt reserviert. Die Option gibt es in den Modi „Netz + Photovoltaik“ und „Photovoltaik + Minimale Leistung“.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt rund 1,5 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Auf den Gesamtverbrauch einschließlich E-Auto angewandt, ergibt das für einen Haushalt mit 4.000 kWh und rund 2.700 kWh für 15.000 Kilometer Fahrleistung etwa 10 kWh.