Als Sigenergy Wallbox eignet sich auch Trydan: Die Wallbox verbindet sich per Modbus TCP über das WLAN direkt mit dem Wechselrichter, ganz ohne Datenkabel oder Dongle. Freigeschaltet wird die Verbindung in der mySigen-App, danach lädt Trydan das Elektroauto mit dem Solarüberschuss und kann auf Wunsch auch den Sigenergy-Speicher einbeziehen.
Die Einrichtung umfasst drei Schritte.
Das Wichtigste in Kürze
- Per Modbus TCP über WLAN erhält Trydan die Daten des Sigenergy-Wechselrichters, zusätzliche Hardware ist nicht nötig.
- In der mySigen-App wird der „Modbus TCP Server“ aktiviert, in der V2C App Sigenergy als Wechselrichtertyp mit der angezeigten IP-Adresse eingetragen.
- Beide Geräte müssen mit demselben Netzwerk verbunden sein, eine feste IP für den Wechselrichter verhindert spätere Verbindungsabbrüche.
- Ab Firmware 2.5.0 darf Trydan bei Sigenergy auf Wunsch auch Energie aus dem Heimspeicher nutzen.
Inhaltsübersicht
- 1 Was Sigenergy-Anlagen von anderen Wechselrichtern unterscheidet
- 2 Voraussetzungen: gleiches Netzwerk, Modbus TCP und feste IP
- 3 Schritt 1: Modbus TCP in der mySigen-App freischalten
- 4 Schritt 2: Sigenergy als Wechselrichtertyp in der V2C App eintragen
- 5 Schritt 3: Prüfen, ob Trydan die Solardaten empfängt
- 6 Sigenergy-Speicher und Trydan: Heimspeicher nutzen oder schonen
- 7 Wie viel Überschuss eine Sigenergy-Anlage für das Auto liefern muss
- 8 Was PV-Überschussladen mit Sigenergy im Jahr bringen kann
- 9 Für welche Haushalte sich Sigenergy und Trydan besonders lohnen
- 10 Offene Schnittstellen: Trydan im Smart Home neben Sigenergy
- 11 Kurz gesagt
- 12 FAQs
Was Sigenergy-Anlagen von anderen Wechselrichtern unterscheidet
Sigenergy bündelt im SigenStor laut Hersteller fünf Funktionen in einem einzigen System: Solar-Wechselrichter, DC-Lademodul, Batterie-Umrichter, Batterie und Energiemanagement. Für die Wallbox ist das ein Vorteil, weil Solarproduktion und Hausverbrauch an einer Stelle gemessen werden, und genau diese Werte liest Trydan aus.
Neben der eigenen AC-Wallbox von Sigenergy funktioniert PV-Überschussladen auch mit Trydan: Die Wallbox passt ihre Ladeleistung laufend an den Solarstrom an, der gerade nicht im Haus gebraucht wird.
Voraussetzungen: gleiches Netzwerk, Modbus TCP und feste IP
Die Verbindung zwischen Sigenergy und Trydan läuft vollständig über das lokale Netzwerk. Beide Geräte sind mit demselben WLAN verbunden, und der „Modbus TCP Server“ des Wechselrichters muss aktiviert sein. Die Anleitung im V2C-Support fasst die Anforderungen so zusammen, ergänzt um die Speichernutzung:
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Protokoll | Modbus TCP über WLAN |
| Verbindung | gleiches WLAN beziehungsweise LAN, keine zusätzliche Verkabelung |
| Voraussetzung im Wechselrichter | aktivierter „Modbus TCP Server“, feste IP empfohlen |
| Dongle | nicht erforderlich |
| Speichernutzung durch Trydan | ab Firmware 2.5.0 mit der Option „Mit Batterien“ |
Datenweg zwischen Sigenergy und Trydan
Getrennte Funknetze für 2,4 und 5 GHz sind ein häufiger Stolperstein: Verteilt der Router die Geräte auf unterschiedliche Bänder, sehen sie sich unter Umständen nicht mehr. Auch WLAN-Repeater und Mesh-Systeme können die Verbindung stören. Ein stabiles, direktes WLAN am Montageort der Wallbox ist deshalb die beste Grundlage, und für den Wechselrichter empfiehlt sich eine feste IP-Adresse oder eine DHCP-Reservierung im Router, damit die Adresse dauerhaft gleich bleibt.
Schritt 1: Modbus TCP in der mySigen-App freischalten
Modbus TCP wird in der mySigen-App von Sigenergy freigeschaltet, was nur wenige Minuten dauert. Der Weg dorthin:
- In der mySigen-App führt der Menüpunkt „Einstellungen“ („Settings“) zu den „Systemeinstellungen“ („System Settings“).
- Dort findet sich die Option „Modbus TCP Server“, die über den Schalter aktiviert wird.
- Direkt darunter erscheint eine IP-Adresse im Format 192.168.x.x. Diese Adresse wird genau so notiert, wie die App sie anzeigt.

Fehlt die Option oder ist sie gesperrt, liegt das häufig an fehlenden Installationsberechtigungen oder an einer veralteten App-Version. Bringt ein Update der mySigen-App keine Abhilfe, kann der Installateur der Sigenergy-Anlage die Option freischalten.
Schritt 2: Sigenergy als Wechselrichtertyp in der V2C App eintragen
In der V2C App wird Trydan über die IP-Adresse mit dem Sigenergy-Wechselrichter verbunden. Dafür wird in den Einstellungen der Wallbox zuerst die „Dynamische Leistungsregelung“ aktiviert. Danach fällt die Wahl beim Gerätetyp auf „Photovoltaik-Wechselrichter“ und beim Wechselrichtertyp auf „Sigenergy“. Anschließend werden die notierte IP-Adresse eingetragen und die Installationsart gewählt, also „Einphasig“ oder „Dreiphasig“ passend zum Anschluss der Wallbox, mit Haken bei „Installation mit Photovoltaik“. Mit „Speichern“ ist die Konfiguration abgeschlossen.

Erscheint Sigenergy nicht in der Liste, hilft ein Update der V2C App. Nach dem Speichern startet Trydan automatisch neu, was normal ist und einige Minuten dauern kann.
Schritt 3: Prüfen, ob Trydan die Solardaten empfängt
Steht die Verbindung, zeigt die V2C App nach wenigen Minuten Hausverbrauch und Solarproduktion in Echtzeit an. Wird das Auto angeschlossen, beginnt Trydan mit dem Laden und richtet sich dabei nach dem verfügbaren Überschuss und dem gewählten Ladeprofil.
✅ Wenn keine Daten ankommen
- Sind Wechselrichter und Trydan mit demselben WLAN verbunden, ohne Trennung zwischen 2,4 und 5 GHz?
- Stimmt die IP-Adresse in der V2C App noch mit der in mySigen angezeigten Adresse überein?
- Ist der „Modbus TCP Server“ nach einem Firmware-Update von Sigenergy weiterhin aktiviert?
- Laufen Trydan, die V2C App, mySigen und der Wechselrichter auf der neuesten Firmware beziehungsweise Version?
Sigenergy-Speicher und Trydan: Heimspeicher nutzen oder schonen
Bei Sigenergy darf Trydan auf Wunsch auch Strom aus dem SigenStor-Speicher ins Auto laden. Freigegeben wird das ab Firmware 2.5.0 und V2C App 3.2.3 für jedes Ladeprofil einzeln: „Mit Batterien“ erlaubt den Zugriff auf den Speicher, „Ohne Batterien“ schließt ihn aus. Beide Varianten gibt es für Ladeprofile im Modus „Netz + Photovoltaik“ oder „Photovoltaik + Minimale Leistung“. Ab Firmware 2.5.1 kommt die Ladepriorität im Modus „Exklusive Photovoltaik“ hinzu: Mit „Priorität Auto“ fließt der Solarüberschuss zuerst ins Fahrzeug, mit „Priorität Zuhause“ zuerst in den Speicher.
Welche Einstellung passt, hängt vom Alltag ab. Soll der Speicher abends den Haushalt versorgen, bleibt er mit „Ohne Batterien“ reserviert, etwa wenn das Auto nachts mit einem günstigen Tarif lädt. Ob sich das Laden aus dem Speicher überhaupt rechnet, zeigt die Beispielrechnung zum Laden des E-Autos mit Batteriespeicher. Alle Optionen mit Screenshots stehen im Beitrag Trydan und Heimspeicher.
Passt deine Sigenergy-Anlage zu Trydan?
Du hast ein älteres Sigenergy-System, einen zusätzlichen Speicher oder bist unsicher, ob Modbus TCP bei dir freigeschaltet werden kann? Mit deinem Wechselrichter-Modell, deinem E-Auto und deiner Postleitzahl prüft unser Team in Deutschland, wie Trydan an deine Anlage angebunden wird, und meldet sich mit einer Einschätzung bei dir.
Wie viel Überschuss eine Sigenergy-Anlage für das Auto liefern muss
Im reinen PV-Betrieb startet Trydan ab rund 1,4 kW Überschuss bei einphasigem und ab rund 4,1 kW bei dreiphasigem Anschluss der Wallbox. Der Grund ist der Mindestladestrom von 6 Ampere, den jedes Elektroauto braucht. An sonnigen Tagen liegt der Überschuss vieler Dachanlagen über Mittag oft über beiden Werten. An bewölkten Tagen liefert der Modus „Photovoltaik + Minimale Leistung“ meist das verlässlichere Ergebnis, weil das Auto dann mit einer Grundleistung lädt und jeden Solarüberschuss zusätzlich mitnimmt.
Wie jede seit dem 1. Januar 2024 angeschlossene Wallbox über 4,2 kW gilt auch Trydan als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG: Bei drohender Netzüberlastung darf der Netzbetreiber die Leistung auf bis zu 4,2 kW drosseln, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Was das im Alltag bedeutet, erklärt der Beitrag zur steuerbaren Wallbox nach §14a EnWG.
Was PV-Überschussladen mit Sigenergy im Jahr bringen kann
Jede Kilowattstunde Solarstrom, die direkt ins Auto fließt, kostet den Haushalt nur die entgangene Einspeisevergütung. Für neue Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung beträgt sie seit August 2026 7,70 Cent pro Kilowattstunde, während Haushalte laut BDEW-Strompreisanalyse im selben Monat im Schnitt 37,0 Cent pro Kilowattstunde für Netzstrom zahlten. Der Unterschied von rund 29 Cent ist der Betrag, den jede selbst geladene Kilowattstunde einspart.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Ein Auto, das 15.000 Kilometer im Jahr fährt und 18 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, braucht rund 2.700 kWh. Kommt die Hälfte davon aus der eigenen PV-Anlage, sind das 1.350 kWh und damit knapp 400 Euro weniger Stromkosten im Jahr. Der Anteil hängt vor allem davon ab, wie oft das Auto tagsüber an der Wallbox angeschlossen ist, und ist hier eine Annahme.
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Bei V2C werden leistungsstarke Ladestationen für Elektroautos in Europa entwickelt und hergestellt, und es wird über die neuesten Entwicklungen der Elektromobilität informiert.
Wer das Auto auch abends aus dem SigenStor-Speicher lädt, spart gegenüber Netzstrom ebenfalls, allerdings weniger als beim direkten Solarladen, weil Verluste und Verschleiß des Speichers hinzukommen.
Für welche Haushalte sich Sigenergy und Trydan besonders lohnen
Am meisten bringt die Kombination dort, wo das Auto tagsüber regelmäßig an der Wallbox angeschlossen ist. Im Homeoffice oder bei einem Zweitwagen für kurze Wege fließt ein großer Teil des Solarstroms direkt ins Fahrzeug, ohne Umweg über den Speicher. Pendler, die morgens losfahren und erst abends zurückkehren, profitieren stärker von einem gut dimensionierten Sigenergy-Speicher: Er nimmt den Tagesüberschuss auf, und mit der Option „Mit Batterien“ darf Trydan diese Energie abends für das Auto nutzen.
Große Dachanlagen erreichen die 4,1 kW für dreiphasiges Laden an deutlich mehr Tagen im Jahr als kleine.
Offene Schnittstellen: Trydan im Smart Home neben Sigenergy
Neben Modbus TCP unterstützt Trydan OCPP 1.6 JSON, eine REST API sowie Home Assistant, Alexa und Google Home. Über OCPP lässt sich die Wallbox an Lade- und Abrechnungsplattformen anbinden, die REST API dient eigenen Automationen. Damit passt Trydan neben der Sigenergy-Anlage auch in ein bestehendes Smart Home, etwa wenn Home Assistant bereits Wärmepumpe und Verbraucher steuert. Wie das im Detail aussieht, zeigt der Beitrag zur Wallbox im Smart Home.
Für andere Wechselrichter gelten ähnliche Schritte mit anderen Menüs, etwa bei Huawei, Sungrow, GoodWe oder Victron; bei Growatt läuft die Verbindung über ein RS485-Kabel. Für Anlagen ohne unterstützte Schnittstelle misst die Stromzange den Netzbezug direkt am Hausanschluss, und einen Überblick über alle Varianten gibt der Ratgeber zur Anbindung einer Wallbox an die PV-Anlage.
Kurz gesagt
Eine Sigenergy-Anlage und Trydan verständigen sich per Modbus TCP über das WLAN, ganz ohne zusätzliche Hardware. Nach der Freischaltung in mySigen und der Eingabe der IP-Adresse in der V2C App lädt Trydan mit dem Solarüberschuss, und über das Ladeprofil lässt sich festlegen, ob auch der Sigenergy-Speicher das Auto mitversorgt. Mehr zur Kombination aus PV-Anlage, Speicher und Wallbox zeigt der Beitrag Wallbox mit Speicher.
FAQs
Bei Sigenergy liest Trydan die Energiedaten über Modbus TCP direkt aus dem Wechselrichter, darunter Solarproduktion und Hausverbrauch. Beide Geräte sind mit demselben WLAN verbunden, in mySigen wird der „Modbus TCP Server“ aktiviert und in der V2C App die IP-Adresse des Wechselrichters eingetragen.
Nein. PV-Überschussladen funktioniert auch mit Trydan, das sich über Modbus TCP direkt mit dem Sigenergy-Wechselrichter verbindet. Sigenergy bietet daneben eine eigene AC-Wallbox an.
Nein. Die Verbindung läuft über das vorhandene WLAN beziehungsweise das lokale Netzwerk. Voraussetzung ist, dass Wechselrichter und Trydan mit demselben Netz verbunden sind und der „Modbus TCP Server“ in mySigen aktiviert ist.
Häufig fehlen dafür Installationsberechtigungen, oder die mySigen-App ist nicht auf dem neuesten Stand. Bringt ein Update der App keine Abhilfe, kann der Installateur der Sigenergy-Anlage die Option freischalten.
Ja. Ab Firmware 2.5.0 und V2C App 3.2.3 gibt die Option „Mit Batterien“ den Heimspeicher für das Laden des Autos frei. Festgelegt wird das je Ladeprofil in den Modi „Netz + Photovoltaik“ und „Photovoltaik + Minimale Leistung“. Sigenergy gehört zu den Wechselrichtern, die diese Funktion unterstützen. Mit „Ohne Batterien“ bleibt der Speicher für den Haushalt reserviert.
Dann verliert Trydan die Verbindung zum Wechselrichter und erhält keine Solardaten mehr. Eine feste IP oder eine DHCP-Reservierung im Router verhindert das. Alternativ wird die neue IP in der V2C App eingetragen.
Ein Elektroauto braucht mindestens 6 Ampere Ladestrom. Bei einphasigem Anschluss der Wallbox entspricht das rund 1,4 kW, bei dreiphasigem rund 4,1 kW. Erst ab diesem Überschuss startet die Ladung im reinen PV-Betrieb.