Ob Trydan den Solarüberschuss einer GoodWe-Anlage laden kann, entscheidet die Serienbezeichnung auf dem Typenschild des Wechselrichters. Bei den Serien ES, EM und BP kommuniziert die Wallbox direkt über das Heimnetz mit dem Wechselrichter, bei ET, EH, BT und BH läuft die Anbindung bei V2C noch in einer Versuchsphase. Dieser Überblick zeigt, wie Trydan als Wallbox für GoodWe-Anlagen eingerichtet wird und was für die zweite GoodWe-Generation gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Trydan verbindet sich ohne Zusatzhardware über das WLAN mit GoodWe-Wechselrichtern der Serien ES, EM und BP.
- Die Serien ET, EH, BT und BH lassen sich ebenfalls anbinden, V2C führt sie aber noch als Versuchsphase.
- Wallbox und Wechselrichter müssen mit demselben WLAN verbunden sein, der Wechselrichter braucht eine feste IP-Adresse.
- Bei GoodWe-Geräten der zweiten Generation (G2) wird zusätzlich Modbus TCP in der GoodWe-App aktiviert.
Inhaltsübersicht
- 1 Welche GoodWe-Serien Trydan direkt ansteuert
- 2 Warum das Heimnetz bei GoodWe die Hauptrolle spielt
- 3 Einrichtung: vom Typenschild bis zur V2C App
- 4 GoodWe G2: Modbus TCP in der GoodWe-App freischalten
- 5 Einphasig oder dreiphasig: ab wie viel Überschuss Trydan lädt
- 6 GoodWe-Speicher und Wallbox: wohin der Überschuss zuerst fließt
- 7 Was der eigene Solarstrom im Auto wert ist
- 8 GoodWe-Wallbox oder Trydan: wann welche Lösung passt
- 9 Kurz gesagt
- 10 FAQs
Welche GoodWe-Serien Trydan direkt ansteuert
GoodWe ordnet seine Wechselrichter in Serien, deren Kürzel am Ende der Modellbezeichnung steht, etwa GW5000-EH oder GW10K-ET. Für die Wallbox zählt genau dieses Kürzel, weil die V2C App die Kommunikation je nach Protokollgruppe unterschiedlich aufbaut.
| Serie | Status bei Trydan |
|---|---|
| ES, EM einphasiger Hybridwechselrichter | unterstützt |
| BP Batteriewechselrichter | unterstützt |
| ET dreiphasiger Hybridwechselrichter | Versuchsphase |
| EH einphasiger Hybridwechselrichter | Versuchsphase |
| BT, BH Batteriewechselrichter | Versuchsphase |
| G2 zweite Gerätegeneration | plus Modbus TCP |
Versuchsphase bedeutet, dass V2C die Protokollgruppe ET/EH/BT/BH noch nicht als endgültig freigegeben führt. Bei einer ET- oder EH-Anlage lohnt sich vor dem Kauf ein kurzer Abgleich mit dem technischen Support von V2C, zumal die dreiphasige ET-Serie in deutschen Einfamilienhäusern weit verbreitet ist.
Warum das Heimnetz bei GoodWe die Hauptrolle spielt
Bei Solis lässt sich Trydan per RS485-Kabel anbinden, bei GoodWe holt die Wallbox die Daten des Wechselrichters drahtlos aus dem Heimnetz. Trydan fragt dabei laufend ab, wie viel Solarstrom gerade erzeugt und wie viel davon im Haus verbraucht wird, und passt den Ladestrom an den verbleibenden Überschuss an. Damit das zuverlässig funktioniert, müssen Wechselrichter und Wallbox mit demselben WLAN verbunden sein. V2C rät ausdrücklich zu einem stabilen, direkten Funknetz, denn Repeater und Mesh-Systeme können die Verbindung zwischen beiden Geräten beeinträchtigen: Jeder zusätzliche Funkknoten ist eine weitere Stelle, an der die Übertragung verzögert oder unterbrochen werden kann. In Häusern, in denen der Wechselrichter im Keller und die Wallbox in der Garage hängt, gehört die WLAN-Abdeckung deshalb zu den ersten Punkten, die ein Elektriker vor der Installation prüft.
So kommen die PV-Daten zur Wallbox
GoodWe
Erzeugung und Hausverbrauch
Heim-WLAN
ein Netz, feste IP
Trydan
Ladestrom folgt dem Überschuss
Der zweite Punkt ist die IP-Adresse.
Trydan findet den Wechselrichter über seine Adresse im Heimnetz. Vergibt der Router sie dynamisch, kann sie sich nach einem Neustart ändern, und die Wallbox erhält keine PV-Daten mehr. Im Wechselrichter wird unter IPDHCP Mode deshalb die Option DHCP abgewählt, sodass die Adresse fest bleibt.

Einrichtung: vom Typenschild bis zur V2C App
✅ Vor der Einrichtung bereitlegen
- Serienkürzel vom Typenschild des Wechselrichters, etwa ES, EM, ET oder EH
- Zugang zum Router, um die IP-Adresse des Wechselrichters nachzusehen
- Stabiles WLAN-Signal an Wechselrichter und Wallbox, direkt vom Router
- V2C App mit bereits eingerichtetem Trydan
- Bei GoodWe G2: die offizielle GoodWe-App für die Freischaltung von Modbus TCP
Die Einrichtung besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Schritten, vom Typenschild bis zum Speichern in der App:
- Serie ablesen: Das Kürzel auf dem Typenschild wird später in der App abgefragt.
- IP-Adresse ermitteln: Die Adresse des Wechselrichters lässt sich im Router, mit dem IP-Finder von V2C oder über das lokale WLAN des Wechselrichters („Solar-WiFi“) auslesen.
- Feste IP einstellen: Im Menü des Wechselrichters bleibt DHCP abgewählt.
- Leistungsregelung aktivieren: In den Einstellungen des Trydan wird die dynamische Leistungsregelung eingeschaltet, als Gerätetyp „Photovoltaik-Wechselrichter“ und als Typ „Goodwe“ gewählt.
- IP, Serie und Installationsart hinterlegen: Anschließend werden IP-Adresse und GoodWe-Typ eingetragen, die Installationsart (einphasig oder dreiphasig) gewählt und „Installation mit Photovoltaik“ aktiviert. Mit dem Speichern übernimmt Trydan die Einstellungen.

Alle Menüpunkte des Wechselrichters mit Screenshots stehen in der Supportanleitung zur GoodWe-Konfiguration.
GoodWe G2: Modbus TCP in der GoodWe-App freischalten
Bei Wechselrichtern der zweiten GoodWe-Generation kommt ein Schritt hinzu. Die Kommunikation mit Trydan läuft hier über Modbus TCP, ein offenes Industrieprotokoll, das zuerst in der offiziellen GoodWe-App eingeschaltet wird. Ähnlich ist es bei SolarEdge, wo die Schnittstelle ebenfalls erst freigegeben werden muss.
- In den Kommunikationseinstellungen der GoodWe-App wird im Bereich Datenschutz und Sicherheit die Option Modbus TCP aktiviert.
- Danach wird im Bereich RS485 ebenfalls Modbus TCP eingeschaltet und als COM-Adresse der Wert 247 eingetragen.
- Die weitere Einrichtung in der V2C App folgt denselben Schritten wie oben.
Die COM-Adresse 247 ist der Wert, den V2C für die Verbindung mit Trydan vorgibt.
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Einphasig oder dreiphasig: ab wie viel Überschuss Trydan lädt
Eine Wallbox kann den Ladestrom nicht beliebig weit absenken. Die Untergrenze liegt bei 6 Ampere pro Phase, dem kleinsten Strom, den Trydan einstellt und den Elektroautos beim Laden akzeptieren. Daraus ergibt sich, ab welchem Überschuss reines PV-Laden überhaupt startet: Einphasig reichen rund 1,4 kW (230 V × 6 A), dreiphasig werden rund 4,1 kW gebraucht. Für GoodWe-Anlagen ist diese Rechnung besonders relevant, weil die Serien ES, EM und EH einphasige Hybridwechselrichter sind. Eine einphasig angeschlossene Wallbox beginnt dort schon an einem trüben Vormittag zu laden, während die dreiphasige ET-Serie meist größere Dachanlagen versorgt, die die höhere Schwelle an sonnigen Tagen ohnehin überschreiten.
Die Wahl wird in der App über die Installationsart festgelegt.
Im Ladeprofil entscheidet der Modus darüber, wie streng Trydan dem Überschuss folgt. „Exklusive Photovoltaik“ lädt ausschließlich mit Solarstrom, „Photovoltaik + Minimale Leistung“ kombiniert den Überschuss mit einer festen Mindestleistung, und „Netz + Photovoltaik“ nutzt Netz- und Solarstrom gemeinsam.
GoodWe-Speicher und Wallbox: wohin der Überschuss zuerst fließt
Viele GoodWe-Anlagen arbeiten mit Batteriespeicher, schließlich sind ES, EM, ET und EH Hybridwechselrichter. Seit Firmware 2.5.1 legt Trydan im Modus „Exklusive Photovoltaik“ fest, ob der Solarüberschuss zuerst ins Auto oder in den Heimspeicher fließt. Diese Ladepriorität funktioniert mit jedem Wechselrichter und damit auch mit GoodWe.
Anders sieht es bei der zweiten Speicherfunktion aus, dem Nutzen oder Ausschließen des Heimspeichers beim Laden des Autos. Sie steht derzeit für Huawei, Solis, Deye, Sungrow und Sigenergy zur Verfügung, GoodWe ist noch nicht dabei. Beide Funktionen mit ihren Firmware-Voraussetzungen erklärt der Beitrag Trydan und Heimspeicher.
Was der eigene Solarstrom im Auto wert ist
Anlagen bis 10 kWp, die seit August 2026 in Betrieb gehen, erhalten bei Teileinspeisung 7,70 Cent pro eingespeister Kilowattstunde (Übersicht beim ADAC). Der Arbeitspreis für Haushaltsstrom liegt um ein Vielfaches darüber.
Jede Kilowattstunde im Auto ersetzt damit teuren Netzstrom.
Ein Elektroauto mit 15 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer braucht für 12.000 Kilometer im Jahr rund 1.800 kWh. Gelingt es, die Hälfte davon mit Überschuss zu laden, landen 900 kWh Solarstrom im eigenen Auto. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt vom eigenen Tarif ab: Die Differenz zwischen Arbeitspreis und Einspeisevergütung, multipliziert mit diesen 900 kWh, ergibt den Betrag pro Jahr.
GoodWe-Wallbox oder Trydan: wann welche Lösung passt
GoodWe bietet mit der HCA-Serie eine eigene Wallbox an, die innerhalb des GoodWe-Systems eingerichtet wird. Für Haushalte, die komplett auf einen Hersteller setzen, ist das ein naheliegender Weg.
Trydan spielt seine Stärken dort aus, wo offene Schnittstellen gefragt sind: OCPP 1.6, eine REST API sowie die Anbindung an Home Assistant, Alexa und Google Home gehören zur Ausstattung, wie der Beitrag Wallbox im Smart Home zeigt. Hinzu kommt die direkte Unterstützung zahlreicher weiterer Wechselrichtermarken, darunter Sungrow, SMA und Fronius. Wer später den Wechselrichter tauscht oder eine zweite PV-Anlage ergänzt, behält dieselbe Wallbox.
Steht das eigene GoodWe-Modell nicht in der Liste, bleibt die Stromzange am Hausanschluss: Sie misst den Überschuss direkt, unabhängig vom Wechselrichter.
Kurz gesagt
Trydan lädt mit dem Solarüberschuss von GoodWe-Wechselrichtern, sobald Serie, IP-Adresse und Installationsart in der V2C App hinterlegt sind. ES, EM und BP sind regulär unterstützt, ET, EH, BT und BH laufen bei V2C noch als Versuchsphase, G2-Geräte brauchen zusätzlich Modbus TCP. Für einen stabilen Betrieb entscheidend sind ein direktes WLAN und eine feste IP. Wie Wallbox und Photovoltaik grundsätzlich zusammenspielen, erklärt der Leitfaden Wallbox mit PV-Anlage verbinden.
FAQs
Trydan unterstützt GoodWe-Wechselrichter der Protokollgruppe ES/EM/BP. Die Serien ET, EH, BT und BH lassen sich ebenfalls anbinden, V2C führt diese Gruppe aber noch als Versuchsphase. Bei Geräten der zweiten Generation (G2) wird zusätzlich Modbus TCP in der GoodWe-App aktiviert.
Nein. Trydan verbindet sich über das Heimnetz direkt mit dem GoodWe-Wechselrichter. Voraussetzung ist, dass Wallbox und Wechselrichter mit demselben WLAN verbunden sind und der Wechselrichter eine feste IP-Adresse hat.
Trydan findet den Wechselrichter über seine IP-Adresse. Vergibt der Router sie dynamisch per DHCP, kann sie sich nach einem Neustart ändern, und die Wallbox erhält keine PV-Daten mehr. Deshalb wird im Wechselrichter unter IPDHCP Mode die Option DHCP abgewählt.
V2C empfiehlt ein stabiles, direktes WLAN. Repeater und Mesh-Systeme können die Verbindung zwischen Wallbox und Wechselrichter beeinträchtigen. Liegen Wechselrichter und Wallbox weit auseinander, ist ein gut versorgter Router-Standort die verlässlichere Lösung.
Ja. Seit Firmware 2.5.1 legt Trydan im Modus Exklusive Photovoltaik fest, ob zuerst das Auto oder der Heimspeicher geladen wird. Diese Ladepriorität funktioniert mit jedem Wechselrichter. Die Funktion, den Heimspeicher beim Laden zu nutzen oder auszuschließen, ist für GoodWe derzeit noch nicht verfügbar.
Der kleinste Ladestrom liegt bei 6 Ampere pro Phase. Einphasig entspricht das rund 1,4 kW Überschuss, dreiphasig rund 4,1 kW. Bei den einphasigen GoodWe-Serien ES, EM und EH startet PV-Laden an einer einphasig angeschlossenen Wallbox deshalb schon bei geringer Sonneneinstrahlung.
Dann misst eine Stromzange am Hausanschluss den Überschuss direkt, unabhängig vom Wechselrichter. Trydan regelt den Ladestrom anschließend genauso wie bei einer direkten Wechselrichteranbindung.